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Mehr Geld für 585.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmakonzerne

In der Chemie- und Pharma-Industrie gibt es eine Tarifeinigung. Die mehr als eine halbe Million Beschäftigten bekommen 4,5 Prozent mehr Geld in zwei Schritten sowie Zahlungen für die Beschäftigungssicherung.

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Mehr Geld für 585.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmakonzerne

Stand: 25.03.2026 • 16:13 Uhr

In der Chemie- und Pharma-Industrie gibt es eine Tarifeinigung. Die mehr als eine halbe Million Beschäftigten bekommen 4,5 Prozent mehr Geld in zwei Schritten sowie Zahlungen für die Beschäftigungssicherung.

Für die rund 585.000 Beschäftigten der kriselnden deutschen Chemie- und Pharmaindustrie gibt es einen neuen Tarifvertrag. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, ‌Energie (IGBCE) und der Bundesarbeitgeberverband ​Chemie (BAVC) haben sich auf Entgelterhöhungen in zwei Schritten sowie Beiträge zur Beschäftigungssicherung bei einer Laufzeit von 27 Monaten geeinigt. Das teilten beide Seiten heute nach zweitägigen Verhandlungen in Bad Breisig mit.

Im Kern fließen in diesem Jahr 300 Euro pro Person in die Beschäftigungssicherung, 2027 folgen eine ​Entgelterhöhung von 2,1 ‌Prozent sowie weitere 300 Euro pro Kopf zur Beschäftigungssicherung. 2028 soll es eine weitere Entgelterhöhung um 2,4 Prozent ​geben.

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"Für diesen Krisen-Abschluss sind wir bis an die Schmerzgrenze gegangen", sagte der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis. BAVC-Präsidentin Katja Scharpwinkel ergänzte: "Der Tarifabschluss zeigt, dass wir in einer schwierigen Situation gemeinsam Verantwortung übernehmen."

Durch den Iran-Krieg habe sich die Lage der angeschlagenen Branche zugespitzt, erläuterte Vassiliadis. Die Beschäftigten gingen mit dem Abschluss in die Vorleistung. Nun sei die Politik am Zug, um die Rahmenbedingungen für die Branche zu verbessern. "Dauerhaft mehr zahlen die Arbeitgeber erst ab 2027 - und das zu krisengerechten Konditionen", ergänzte BAVC-Verhandlungsleiter Matthias Bürk. Unternehmen, die nicht wesentlich von der Krise betroffen sind, könnten aber eine oder beide Stufen der Tariferhöhung um drei Monate vorziehen.

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Mit dem vereinbarten Beschäftigungssicherungs-Beitrag gehe man neue Wege auf dem Feld der Jobsicherung, teilte die Gewerkschaft mit. Das Geld zur Beschäftigungssicherung gehe an den seit ​2010 bestehenden Demografiefonds der Branche, dessen Nutzungszwecke um den Faktor Beschäftigungssicherung erweitert werden. ‌

Aus dem betrieblichen Topf könnten so beispielsweise Projekte zur Standortsicherung, Umqualifizierung oder Arbeitszeitreduzierung finanziert werden. Die IGBCE hatte in der Tarifrunde eine Erhöhung der Einkommen zur Stärkung der Kaufkraft sowie tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung in Deutschlands drittgrößter Industriebranche gefordert.

Die Arbeitgeber hatten dagegen auf eine tiefe Branchenkrise verwiesen. Die Produktion liege ein Fünftel unter dem Niveau von 2018, die Auslastung sei historisch schwach. In der vergangenen Tarifrunde hatten sich beide Seiten 2024 noch auf insgesamt 6,85 Prozent mehr Lohn verständigt. Die Erhöhung erfolgte ‌damals ‌in zwei Stufen.

Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Tarifabschluss für Chemie- und Pharmaindustrie | 25.03.26 | 15:25 Uhr


Quelle: Pressemitteilung