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Stahlproduktion 2026: Marktlage, Trends und Ausblick für Deutschland

Die deutsche Stahlproduktion steht 2026 zwischen vorsichtiger Erholung und struktureller Krise. Nach dem Tiefstand von 34,1 Mio. Tonnen im Jahr 2025 zeigen die ersten Monate 2026 zwar ein Plus von 9,9 % - doch globale Überkapazitäten, US-Zölle und der CBAM-Start setzen die Branche unter Druck. Unsere umfassende Analyse liefert alle Zahlen, Entwicklungen und Prognosen.

AKTUELL
Stahlproduktion 2026: Marktlage, Trends und Ausblick für Deutschlandyasin hemmati / Unsplash

Stahlproduktion 2026: Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick

Die deutsche Stahlproduktion befindet sich 2026 in einer Phase vorsichtiger Erholung nach dem schwersten Einbruch seit der Finanzkrise 2009. Während die Branche strukturell unter Druck steht, senden die ersten Produktionszahlen des Jahres positive Signale. Gleichzeitig verändert sich das regulatorische Umfeld durch den CBAM-Start und neue EU-Schutzmaßnahmen grundlegend. Diese Analyse liefert Industrieentscheidern alle relevanten Daten zur Stahlproduktion in Deutschland 2026.

Die wichtigsten Fakten:


Stahlproduktion Deutschland: Marktüberblick 2026

Produktionsentwicklung - viertes Krisenjahr und erste Erholung

Die deutsche Stahlproduktion 2026 ist vor dem Hintergrund eines dramatischen Vierjahres-Abschwungs zu bewerten. 2025 markierte mit 34,09 Millionen Tonnen Rohstahl das vierte Krisenjahr in Folge - ein Rückgang von 8,6 % gegenüber 2024 (37,2 Mio. t). 6WV Stahl / Anadolu Agency – Germany's crude steel output has fallen to 2009 crisis levels (21.01.2026) Damit liegt die Produktion rund 20 % unter dem Niveau von 2018 (42,4 Mio. t) und deutlich unter der Vor-Krisen-Marke von 40 Millionen Tonnen.

Die ersten Monate 2026 zeigen eine technische Gegenbewegung: Im Januar 2026 sprang die Produktion um 15 % im Jahresvergleich auf 3,1 Millionen Tonnen, im Februar lag sie mit 2,83 Millionen Tonnen 4,8 % über dem Vorjahresmonat. 2WV Stahl / SteelOrbis – German crude steel output up 9.9 percent in Jan-Feb 2026 Die Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl) warnt jedoch vor voreiligem Optimismus: Der Januar-Anstieg reflektiere vor allem den extrem niedrigen Vergleichswert aus 2025 und sei noch kein Signal für eine nachhaltige Trendwende. 7WV Stahl – German Steel Output Jumps in January 2026 but no lasting recovery signal

Umsatz und wirtschaftliche Lage

Die wirtschaftliche Situation der Stahlindustrie bleibt angespannt. 2024 verzeichnete die Branche zum zweiten Mal in Folge einen Umsatzrückgang - minus 5,3 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. 8WV Stahl / Issuu – Daten und Fakten zur Stahlindustrie in Deutschland (Ausgabe 2025): Umsatzrückgang 2024 2023 lag der Branchenumsatz bei 50,6 Milliarden Euro, nach 55,2 Milliarden Euro im Jahr 2022. 9WV Stahl – Daten und Fakten Stahlindustrie 2024: Umsatz 2023 bei 50,6 Mrd. Euro Für 2025 ist angesichts des Produktionseinbruchs von einem weiteren deutlichen Rückgang auszugehen. Die Marktversorgung - also der tatsächliche Stahlverbrauch im Inland - sank 2024 auf rund 27 Millionen Tonnen, ein historischer Tiefstand, der einem Rückgang von etwa einem Drittel seit 2017 entspricht. 10WV Stahl – Rohstahlproduktion 2024 auf Rezessionsniveau: Marktversorgung bei 27 Mio. t

Beschäftigung: Branche unter Druck

Die deutsche Stahlindustrie beschäftigte 2022 noch rund 90.000 Menschen direkt. 11BMWE – Stahlindustrie: Umsatz 55,2 Mrd. Euro, 90.000 Beschäftigte (2022) Diese Zahl dürfte bis 2026 deutlich gesunken sein - allein ThyssenKrupp Steel baut 11.000 Stellen ab. In den stahlintensiven Wertschöpfungsketten sind laut Wirtschaftsvereinigung Stahl insgesamt rund 4 Millionen Menschen beschäftigt, wobei mehr als 600.000 Arbeitsplätze unmittelbar von der Krise bedroht sind. 12Tagesschau – Stahlgipfel: Mehr als 600.000 Arbeitsplätze akut von Krise bedroht


Die wichtigsten Akteure der Stahlproduktion 2026

Die deutsche Stahllandschaft wird von wenigen großen Produzenten geprägt, die sich 2026 in sehr unterschiedlichen strategischen Situationen befinden.

ThyssenKrupp Steel: Sanierung und Transformation gleichzeitig

Deutschlands größter Stahlproduzent durchläuft 2026 die gravierendste Restrukturierung seiner Geschichte. Im Rahmen eines Sanierungstarifvertrags mit der IG Metall, der bis zum 30. September 2030 läuft, sollen rund 11.000 der derzeit etwa 27.000 Stellen abgebaut werden. 5ThyssenKrupp Steel – Sanierungstarifvertrag mit IG Metall, 11.000 Stellen-Abbau bis 2030 Gleichzeitig hält der Konzern grundsätzlich am Bau einer Direktreduktionsanlage (DRI) in Duisburg fest, die perspektivisch zwei Hochöfen ersetzen soll. Die Anlage soll zunächst mit Erdgas und später mit grünem Wasserstoff betrieben werden. 13ThyssenKrupp Steel – Klimaneutraler Stahl: DRI-Anlage soll zwei Hochöfen ersetzen bis 2030 CEO Miguel Lopez hat die bisherigen Pläne allerdings mehrfach auf den Prüfstand gestellt und die Wirtschaftlichkeit des Projekts infrage gestellt. 14Tagesschau – Thyssenkrupp überprüft Pläne zum grünen Umbau

Salzgitter AG: SALCOS als Leuchtturmprojekt

Salzgitter verfolgt mit dem SALCOS-Programm (Salzgitter Low CO₂ Steelmaking) den ambitioniertesten Transformationsplan der deutschen Stahlindustrie. Im Februar 2026 genehmigte die EU-Kommission die Erhöhung der Bundesförderung um 322 Millionen Euro, die anschließend vom BMWE bewilligt wurde. 4BMWE – Planungssicherheit für SALCOS: Förderung um 322 Mio. Euro aufgestockt (Februar 2026) Die erste DRI-Anlage befindet sich im Bau und soll zusammen mit einem 100-MW-Elektrolyseur, der rund 9.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produzieren kann, ab 2027 erste CO₂-reduzierte Stahlprodukte ermöglichen. 15Line Pipe Global – SALCOS Baustelle Salzgitter: 100-MW-Elektrolyseur für 9.000 t H₂/Jahr (Januar 2026) Allerdings hat auch Salzgitter weitere Ausbaustufen um mehrere Jahre verschoben - die vollständige Umstellung soll nun erst 2033 statt wie ursprünglich geplant abgeschlossen sein. 16Handelsblatt – Stahlkonzern Salzgitter verzögert Investitionen in grünen Umbau

ArcelorMittal: Rückzug von Grünstahl-Plänen

ArcelorMittal hat seine DRI-EAF-Pläne für die Standorte Bremen und Eisenhüttenstadt gestoppt. Der Konzern begründete die Entscheidung mit fehlenden wirtschaftlichen Perspektiven für CO₂-reduzierten Stahl und zu hohen Energiepreisen in Deutschland. 17ArcelorMittal – DRI-EAF-Pläne in Bremen & Eisenhüttenstadt gestoppt Stattdessen soll der Fokus künftig auf Elektrolichtbogenöfen (EAF) liegen - allerdings erst, wenn die Marktbedingungen dies erlauben. Der Rückzug wird als erheblicher Rückschlag für die norddeutsche Wasserstoffwirtschaft gewertet, da ArcelorMittal als Ankerkunde für das Wasserstoff-Kernnetz vorgesehen war. 18Tagesschau – Experte: ArcelorMittal-Rückzug gefährdet Wasserstoff-Kernnetz


Technologie- und Innovationstrends der Stahlproduktion 2026

Die Wasserstoff-Direktreduktion als Zukunftstechnologie

Das H2-DRI-Verfahren (Hydrogen Direct Reduced Iron) gilt als Schlüsseltechnologie für die Dekarbonisierung der Stahlproduktion. Dabei wird Eisenerz mithilfe von Wasserstoff statt Kohle zu Eisenschwamm reduziert, der dann im Elektrolichtbogenofen zu Stahl geschmolzen wird. Der Prozess kann die CO₂-Emissionen der Stahlherstellung um bis zu 95 % senken. 19Results FinanzWissen – H2-DRI-Verfahren: Eisenerz mit grünem Wasserstoff zu Eisenschwamm

In Deutschland befinden sich 2026 mehrere DRI-Projekte in verschiedenen Stadien:

  1. Salzgitter SALCOS: DRI-Anlage im Bau, Inbetriebnahme ab 2027 geplant
  2. ThyssenKrupp Duisburg: DRI-Projekt grundsätzlich bestätigt, Wirtschaftlichkeit wird geprüft
  3. ArcelorMittal Bremen/Eisenhüttenstadt: DRI-Pläne gestoppt, EAF-Fokus

Elektrolichtbogenöfen gewinnen an Bedeutung

Die Route über Elektrolichtbogenöfen (EAF), die mit Stahlschrott und Strom arbeiten, gewinnt an Relevanz. Alle großen deutschen Hersteller - ThyssenKrupp, Salzgitter, ArcelorMittal - erhöhen ihren Schrottanteil im Produktionsmix, um die CO₂-Ziele zu erreichen. 20Maschine & Werkzeug – Stahlpreise Prognose 2025/2026: Alle Hersteller erhöhen Schrottanteil Der EAF-Anteil an der deutschen Stahlproduktion liegt jedoch noch deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Herausforderung bleibt der hohe Strompreis: Das Stahlwerk Georgsmarienhütte hat zeitweise seinen EAF nur nachts betrieben, um Stromkosten zu sparen. 21Tagesschau – Stahlindustrie: Georgsmarienhütte betrieb EAF nur nachts wegen Stromkosten

Digitalisierung und Prozessoptimierung

Neben der Dekarbonisierung treiben die Stahlhersteller die Digitalisierung voran. Prädiktive Wartung, KI-gestützte Qualitätskontrolle und digitale Zwillinge von Hochöfen werden zunehmend eingesetzt, um die Effizienz der bestehenden Anlagen zu maximieren - besonders relevant in einer Phase, in der die Kapazitätsauslastung bei nur rund 82 % liegt. 22WifTalents – Germany Steel Industry Statistics: Market Data Report 2026 (Kapazitätsauslastung 82%)


Regulatorische und politische Rahmenbedingungen der Stahlproduktion

CBAM: Der CO₂-Grenzausgleich wird ernst

Ab 2026 wird der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) der EU schrittweise kostenpflichtig. Importeure von Stahl müssen CBAM-Zertifikate erwerben, die den CO₂-Gehalt importierter Produkte bepreisen. 23IHK Region Stuttgart – CBAM: CO₂-Grenzausgleichsmechanismus ab 2026 kostenpflichtig Gleichzeitig werden die kostenlosen Emissionszertifikate im EU-ETS schrittweise abgebaut. Für die deutsche Stahlindustrie ist der CBAM ein zweischneidiges Schwert:

  • Positiv: Importierter Stahl aus Ländern mit niedrigeren Umweltstandards wird teurer, was die Wettbewerbsnachteile europäischer Produzenten teilweise ausgleicht.
  • Risiko: Die Umsetzung ist komplex, und die Frage bleibt, ob der Mechanismus wirklich ausreicht, um Carbon Leakage zu verhindern.

Das Bundesumweltministerium hat angekündigt, dass durch CBAM-Vereinfachungen rund 90 % der ursprünglich betroffenen Unternehmen von der CO₂-Berichtspflicht entlastet werden sollen. 24BMUKN – CBAM-Vereinfachung: 90 Prozent der betroffenen Unternehmen entlastet

EU-Stahlschutzmaßnahmen vor dem Umbruch

Die bestehenden EU-Safeguard-Maßnahmen für Stahl laufen im Juni 2026 aus. 25IHK – Neue EU-Stahlschutzmaßnahmen ab 2026: Safeguard läuft im Juni 2026 aus Die EU-Kommission hat einen Nachfolgemechanismus vorgeschlagen, der deutlich schärfer ausfällt:

EU Steel and Metals Action Plan

Im März 2025 veröffentlichte die EU-Kommission den "European Steel and Metals Action Plan" - eine industriepolitische Roadmap, die bis 2026 läuft und die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Stahlproduktion stärken sowie die Dekarbonisierung beschleunigen soll. 28Rabobank – EU Steel and Metals Action Plan: Industriepolitische Roadmap bis 2026 Der Plan ergänzt den Clean Industrial Deal und den Action Plan for Affordable Energy. Aus Sicht der deutschen Stahlindustrie bleibt jedoch die Forderung nach einem wettbewerbsfähigen Industriestrompreis zentral.

US-Zölle und Handelskonflikte

Seit März 2025 gelten US-Zölle von 25 % auf Stahlimporte, die auch europäische Exporte betreffen und die zuvor geltenden EU-Ausnahmen aufheben. 29Tax Policy Center / Global Analysis – Trump 25% Steel Tariffs seit März 2025 Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Die EU-Stahlexporte in die USA sind seit Juli 2025 um rund 30 % eingebrochen. 30RTÉ / Eurofer – EU steel exports to US plummet 30% after Trump tariffs Für die deutsche Stahlproduktion bedeutet dies ein doppeltes Problem: Einerseits fallen direkte Absatzmärkte weg, andererseits droht eine Umlenkung von Stahl aus Drittländern in den europäischen Markt (Trade Deflection).

Industriestrompreis: Zentrale Forderung der Branche

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl und die IG Metall fordern einen Industriestrompreis von 5 Cent pro Kilowattstunde für energieintensive Industrien. 31WV Stahl – Industriestrompreis 5 ct/kWh als Forderung für energieintensive Industrien Die 2026 angekündigte Senkung der Netzentgelte verschafft zwar etwas Entlastung, doch die strukturell hohen Energiekosten in Deutschland bleiben ein zentraler Wettbewerbsnachteil gegenüber Standorten in den USA, China und dem Nahen Osten. 32WV Stahl – Netzentgelte 2026: Senkung verschafft etwas Luft, strukturelle Probleme bleiben


Herausforderungen und Risiken für die Stahlproduktion 2026

Globale Überkapazitäten auf Rekordniveau

Die OECD hat auf der 99. Sitzung des Stahlkomitees am 23./24. März 2026 in Paris eindringlich vor einer sich vertiefenden Krise gewarnt. 3OECD Steel Committee – 99. Sitzung, März 2026: Globale Überkapazitäten auf Rekordniveau Die zentralen Zahlen:

China: Produktionskürzungen mit Fragezeichen

China hat im Rahmen eines Zwei-Jahres-Arbeitsplans für 2025-2026 Produktionskürzungen angekündigt, um Überkapazitäten abzubauen. 35Reuters / Fastmarkets – China plans steel output cuts 2025-2026, two-year work plan Die chinesische Rohstahlproduktion sank 2025 erstmals seit dem Höchststand 2020 unter die Marke von 1 Milliarde Tonnen. 36SteelOrbis – China crude steel output falls below 1 billion tonnes in 2025 In den ersten beiden Monaten 2026 ging die Produktion um weitere 3,6 % im Jahresvergleich zurück. 37LinkedIn / Steel Monthly – China crude steel Jan-Feb 2026: -3,6 % YoY Dennoch bleibt China mit über 50 % der globalen Produktion dominant - und jede Abschwächung der Binnennachfrage durch die Immobilienkrise droht, zusätzlichen Stahl auf den Weltmarkt zu drücken.

Schwache Abnehmerbranchen in Deutschland

Die Stahlnachfrage in Deutschland leidet unter der Schwäche wichtiger Abnehmerbranchen:

  • Automobilindustrie: Im Umbruch durch Elektromobilität, Produktionsrückgänge
  • Bauwirtschaft: Anhaltende Krise durch gestiegene Zinsen und Baukosten
  • Maschinenbau: Rückläufige Auftragseingänge seit mehreren Quartalen

Deutschland bleibt laut Marktanalysen das Schlusslicht unter den Industrieländern beim Stahlverbrauch. 38Weltweite Stahlnachfrage 2025: Deutschland bleibt Schlusslicht Eine echte Nachfrageerholung ist frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2026 zu erwarten - und auch dann nur moderat.

Energiekosten und Finanzierungslücken

Die Transformation zur grünen Stahlproduktion erfordert Milliarden-Investitionen, die angesichts sinkender Umsätze und Margen kaum aus eigener Kraft gestemmt werden können. Die Zusatzförderung für Salzgitter zeigt, dass selbst bei bewilligten Projekten die Kalkulation nicht aufgeht. Für ThyssenKrupp ist die Finanzierung des DRI-Projekts weiterhin ungeklärt - der Sanierungstarifvertrag soll zunächst die operative Basis stabilisieren.


Ausblick: Stahlproduktion 2027 und darüber hinaus

Die deutsche Stahlproduktion steht 2026 an einem Wendepunkt. Die vorsichtige Erholung der Produktionszahlen in den ersten Monaten lässt auf eine leichte Belebung hoffen - Branchenexperten rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit einer Produktion von 36 bis 37 Millionen Tonnen, was einem Plus von 6-8 % gegenüber dem Tiefstand 2025 entspräche. Dieses Niveau liegt jedoch weiterhin deutlich unter der Vor-Krisen-Marke von 40 Millionen Tonnen.

Für 2027 zeichnen sich folgende Entwicklungen ab:

  1. SALCOS-Meilenstein: Salzgitter dürfte 2027 erste grüne Stahlprodukte ausliefern - ein Signal für den gesamten europäischen Markt.
  2. CBAM-Vollanwendung: Die schrittweise Verschärfung des CO₂-Grenzausgleichs wird die Wettbewerbsposition europäischer Produzenten stärken, aber auch die inländischen Kosten erhöhen.
  3. Konsolidierung: Weitere Restrukturierungen und mögliche Fusionen sind wahrscheinlich, da die Branche unter dem Dreifachdruck von Dekarbonisierung, Überkapazitäten und schwacher Nachfrage steht.
  4. EU-Schutzmaßnahmen: Der neue Nachfolgemechanismus für die auslaufenden Safeguards wird den Importdruck etwas abmildern.
  5. Geopolitische Unsicherheit: Die US-Zollpolitik und die chinesischen Überkapazitäten bleiben die größten externen Risikofaktoren.

Die zentrale strategische Frage für die Stahlproduktion in Deutschland bleibt: Kann die Transformation zur grünen Stahlproduktion gelingen, bevor die wirtschaftliche Substanz der Branche erodiert? Die Antwort hängt nicht nur von den Unternehmen ab, sondern maßgeblich von der politischen Bereitschaft, Industriestrompreise wettbewerbsfähig zu gestalten, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Nachfragemärkte für grünen Stahl zu schaffen. Die IG Metall und die Wirtschaftsvereinigung Stahl fordern gemeinsam einen bezahlbaren Industriestrompreis, grüne Leitmärkte und wirksame handelspolitische Maßnahmen. 39IG Metall – Stahl: Industriestrompreis, grüne Leitmärkte und Handelsmaßnahmen gefordert

2026 wird zum Prüfjahr: Nicht für die physischen Tonnen allein, sondern für die Frage, ob Deutschland als Stahlstandort eine Zukunft hat - oder ob die Stahlproduktion sukzessive in Länder mit günstigeren Rahmenbedingungen abwandert. Die nächsten 18 Monate werden darüber entscheiden.


Bild: yasin hemmati / Unsplash

Thomas Weidner (KI)

Thomas Weidner (KI)

Ressortleiter Produktion & Fertigung

Maschinenbauingenieur mit langjähriger Erfahrung in der Fertigungstechnik. Berichtet über Produktionstechnologie, Maschinenbau, Werkstofftechnik und industrielle Wertschöpfungsketten.

Quellen

  1. Wirtschaftsvereinigung Stahl – Jahresbilanz der Stahlproduktion 2025: Viertes Krisenjahr in Folge
  2. WV Stahl / SteelOrbis – German crude steel output up 9.9 percent in Jan-Feb 2026
  3. OECD Steel Committee – 99. Sitzung, März 2026: Globale Überkapazitäten auf Rekordniveau
  4. BMWE – Planungssicherheit für SALCOS: Förderung um 322 Mio. Euro aufgestockt (Februar 2026)
  5. ThyssenKrupp Steel – Sanierungstarifvertrag mit IG Metall, 11.000 Stellen-Abbau bis 2030
  6. WV Stahl / Anadolu Agency – Germany's crude steel output has fallen to 2009 crisis levels (21.01.2026)
  7. WV Stahl – German Steel Output Jumps in January 2026 but no lasting recovery signal
  8. WV Stahl / Issuu – Daten und Fakten zur Stahlindustrie in Deutschland (Ausgabe 2025): Umsatzrückgang 2024
  9. WV Stahl – Daten und Fakten Stahlindustrie 2024: Umsatz 2023 bei 50,6 Mrd. Euro
  10. WV Stahl – Rohstahlproduktion 2024 auf Rezessionsniveau: Marktversorgung bei 27 Mio. t
  11. BMWE – Stahlindustrie: Umsatz 55,2 Mrd. Euro, 90.000 Beschäftigte (2022)
  12. Tagesschau – Stahlgipfel: Mehr als 600.000 Arbeitsplätze akut von Krise bedroht
  13. ThyssenKrupp Steel – Klimaneutraler Stahl: DRI-Anlage soll zwei Hochöfen ersetzen bis 2030
  14. Tagesschau – Thyssenkrupp überprüft Pläne zum grünen Umbau
  15. Line Pipe Global – SALCOS Baustelle Salzgitter: 100-MW-Elektrolyseur für 9.000 t H₂/Jahr (Januar 2026)
  16. Handelsblatt – Stahlkonzern Salzgitter verzögert Investitionen in grünen Umbau
  17. ArcelorMittal – DRI-EAF-Pläne in Bremen & Eisenhüttenstadt gestoppt
  18. Tagesschau – Experte: ArcelorMittal-Rückzug gefährdet Wasserstoff-Kernnetz
  19. Results FinanzWissen – H2-DRI-Verfahren: Eisenerz mit grünem Wasserstoff zu Eisenschwamm
  20. Maschine & Werkzeug – Stahlpreise Prognose 2025/2026: Alle Hersteller erhöhen Schrottanteil
  21. Tagesschau – Stahlindustrie: Georgsmarienhütte betrieb EAF nur nachts wegen Stromkosten
  22. WifTalents – Germany Steel Industry Statistics: Market Data Report 2026 (Kapazitätsauslastung 82%)
  23. IHK Region Stuttgart – CBAM: CO₂-Grenzausgleichsmechanismus ab 2026 kostenpflichtig
  24. BMUKN – CBAM-Vereinfachung: 90 Prozent der betroffenen Unternehmen entlastet
  25. IHK – Neue EU-Stahlschutzmaßnahmen ab 2026: Safeguard läuft im Juni 2026 aus
  26. EU-Kommission – Vorschlag zur Begrenzung zollfreier Einfuhrmengen auf 18,3 Mio. t
  27. Stahlschutzmaßnahmen & CBAM – Nicht-Quoten-Zoll auf 50 % erhöht
  28. Rabobank – EU Steel and Metals Action Plan: Industriepolitische Roadmap bis 2026
  29. Tax Policy Center / Global Analysis – Trump 25% Steel Tariffs seit März 2025
  30. RTÉ / Eurofer – EU steel exports to US plummet 30% after Trump tariffs
  31. WV Stahl – Industriestrompreis 5 ct/kWh als Forderung für energieintensive Industrien
  32. WV Stahl – Netzentgelte 2026: Senkung verschafft etwas Luft, strukturelle Probleme bleiben
  33. OECD – Global steelmaking capacity 2025: 2,445 Milliarden Tonnen
  34. OECD Steel Outlook 2025 – Überkapazität bis 2027 auf 721 Mio. Tonnen prognostiziert
  35. Reuters / Fastmarkets – China plans steel output cuts 2025-2026, two-year work plan
  36. SteelOrbis – China crude steel output falls below 1 billion tonnes in 2025
  37. LinkedIn / Steel Monthly – China crude steel Jan-Feb 2026: -3,6 % YoY
  38. Weltweite Stahlnachfrage 2025: Deutschland bleibt Schlusslicht
  39. IG Metall – Stahl: Industriestrompreis, grüne Leitmärkte und Handelsmaßnahmen gefordert

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