Am 3. November 2026 schließt sich in Dresden ein Kapitel. Die Regionalmesse Schraubtec hält an diesem Tag zum letzten Mal im Internationalen Congress Center in Dresden - im kommenden Jahr zieht sie weiter nach Chemnitz.[1] Wer die Messe kennt, weiß: Das ist kein Abschied von der Idee, sondern ein Aufbruch in eine neue Richtung. Für alle, die noch nicht dabei waren, ist der 3. November die letzte Gelegenheit, dieses Format am Dresdner Standort zu erleben.
Aus der Perspektive des Einkaufs und der Produktionsplanung lohnt sich ein genauerer Blick - denn die Schraubtec ist mehr als eine Schraubenmesse.
Was die Schraubtec eigentlich ist - und warum das für den Einkauf relevant ist
Die Schraubtec ist eine eintägige Regionalmesse, veranstaltet von der Vogel Communications Group, die sich ausschließlich an Fachbesucher richtet. Im Mittelpunkt stehen Schraubverbindungen, Schraubtechnik, Schraubwerkzeuge sowie - und das ist der Punkt, der für Einkäufer besonders interessant ist - Einkauf und Beschaffung von C-Teilen.[1][3]
Das klingt zunächst nach einem engen Thema. Ist es aber nicht. C-Teile wie Schrauben, Muttern und Verbindungselemente machen zwar oft nur einen kleinen Teil des Beschaffungsvolumens aus, verursachen aber einen überproportional hohen Prozessaufwand. Schätzungen zufolge machen C-Teile nur etwa 5 % des Beschaffungsvolumens für die Produktion aus, verursachen aber bis zu drei Viertel des gesamten Beschaffungsaufwandes. Wer hier Prozesse verschlankt, gewinnt echte Kapazitäten zurück.
Für Einkäufer gilt: C-Teile werden im Tagesgeschäft oft unterschätzt. Gerade weil sie günstig erscheinen, landen sie hinten in der Prioritätenliste – und werden dort teuer. Die Schraubtec bietet die seltene Gelegenheit, Anbieter, Systeme und Konzepte an einem Tag und an einem Ort direkt zu vergleichen.
Photo: Bohdan Hyrovych / UnsplashEine Saison im Rückblick: Von Kattowitz über Bochum nach Dresden
Die Dresdner Veranstaltung ist der Abschluss einer langen Saison. Die Schraubtec 2026 machte insgesamt an sieben Standorten Station - darunter Landshut, Stuttgart, Barcelona, Hannover, Kattowitz, Bochum und Dresden. Das zeigt, wie weit das Konzept inzwischen gewachsen ist.
Am 15. September 2026 lud die Schraubtec zum zweiten Mal ins polnische Kattowitz ein, wo die Fachbesucher im MCK International Congress Center den Austausch mit den Ausstellern nutzten.[4] Am 30. September 2026 folgte der Ruhr Congress in Bochum - auch dort stand Networking im Vordergrund.[2]
Was in Bochum besonders auffiel: Der direkte Austausch zwischen Besuchern und Ausstellern war das eigentliche Herzstück der Veranstaltung.[2] Nicht der Katalog, nicht die Produktbroschüre - sondern das Gespräch. Wer ein konkretes Problem mitbringt, findet auf der Schraubtec in der Regel auch einen Gesprächspartner, der eine Lösung kennt. Das ist ein Format, das in der C-Teile-Beschaffung selten so kompakt angeboten wird.
Was Dresden konkret bietet
Im Internationalen Congress Center Dresden können Fachbesucher am 3. November 2026 von 09:00 bis 15:30 Uhr mit Ausstellern ins Fachgespräch kommen. Parallel zur Ausstellung laden zehn praxisnahe Vorträge zum Austausch ein.[1][3]
Die Themenpalette ist dabei breiter als der Name vermuten lässt:
| Bereich | Relevanz für Einkauf & Produktion |
|---|---|
| Schraubverbindungen & -technik | Normkonforme Verbindungen, Reibwert, Anzugsmoment |
| Schraubwerkzeuge & -automaten | Automatisierte Montage, Industrie 4.0 |
| C-Teile-Management | Beschaffungssysteme, Kanban, Vendor-Managed Inventory |
| Prüf- & Analysesysteme | Qualitätssicherung, Prozesssicherheit |
| Normen & Richtlinien | VDI-Richtlinien, KI-Methoden beim Schraubennachweis |
| Weiterbildung & Qualifikation | Akademien, Zertifizierungen in der Schraubtechnik |
Für Produktionsplaner ist besonders der Bereich automatisierte Verschraubungslösungen interessant. Moderne Kanban-Systeme in Kombination mit IoT-Plattformen optimieren Materialflüsse, reduzieren Lagerbestände und erhöhen die Versorgungssicherheit - Themen, die auf der Schraubtec direkt am Exponat diskutiert werden können. Automatisierte Prozesse mit EDI und RFID minimieren Fehler und steigern die Effizienz, E-Procurement-Lösungen reduzieren Suchzeiten und sichern bedarfsgerechte Verfügbarkeit.
Warum das Regionalformat einen strategischen Vorteil hat
Wer schon einmal auf einer großen Leitmesse war, kennt das Problem: Man verbringt mehr Zeit mit Orientierung als mit echten Gesprächen. Die Schraubtec setzt bewusst auf das Gegenteil. Das Konzept ist kompakt, eintägig und regional - kurze Wege, überschaubare Ausstellerzahl, konzentriertes Fachpublikum.
Für den Einkäufer bedeutet das: kein Messebudget für Übernachtung und Anreise, kein Informationsoverload. Stattdessen ein strukturierter Tag mit echtem Erkenntnisgewinn. Gerade in Zeiten, in denen Reisebudgets unter Druck stehen und Beschaffungsteams personell knapp besetzt sind, ist das ein ernstzunehmendes Argument.
Hinzu kommt die Zielgruppe: Die Schraubtec richtet sich explizit an Fachkräfte aus Produktion, Montage, Qualitätssicherung sowie Supply Chain und Einkauf. Das heißt: Die Gesprächspartner auf der Messe - Aussteller wie Besucher - sprechen dieselbe Sprache.
Was danach kommt: Die Schraubtec wächst weiter
Dresden ist das Ende einer Ära - aber nicht das Ende der Messe. Ab 2027 macht die Schraubtec an zehn Standorten in Deutschland, Italien, Polen und Spanien Station. In Deutschland gehören künftig Chemnitz, Olsberg im Sauerland, Detmold, Freiburg und Düsseldorf zur Tournee - neben den bisherigen Standorten Stuttgart und Landshut. Neu hinzu kommt 2027 erstmals Bologna in Italien.
Das neue Standortkonzept orientiert sich gezielt an industriell starken Regionen und ihren jeweiligen wirtschaftlichen Schwerpunkten. Für Einkäufer und Produktionsplaner bedeutet das: Die Chancen, die Messe in der Nähe des eigenen Standorts zu besuchen, steigen deutlich.
Der Dresdner Nachfolger in Sachsen ist Chemnitz - die Schraubtec soll dort am 4. November 2027 stattfinden.
Fazit: Letzter Halt - aber kein letztes Wort
Wer in der C-Teile-Beschaffung oder in der Produktionsmontage arbeitet und noch keinen Termin für den 3. November in Dresden eingetragen hat, sollte das nachholen. Die Messe bietet in kompakter Form genau das, was im Tagesgeschäft oft fehlt: Zeit für Fachgespräche, Überblick über aktuelle Lösungen und den direkten Vergleich von Anbietern.
Dass Dresden danach von Chemnitz abgelöst wird, ist kein Verlust - es ist ein Zeichen dafür, dass das Konzept funktioniert und wächst. Für alle, die das Format in Dresden schätzen gelernt haben: Der 3. November ist Ihr letzter Halt. Nutzen Sie ihn.





