Ein Vierteljahrhundert nach seiner Weltpremiere bleibt der Aston Martin Vanquish das, was er von Anfang an war: das technische und emotionale Flaggschiff der britischen Traditionsmarke. Zum Jubiläum gibt es kein Facelift, keine Elektrifizierung, keine Plattform-Offensive - sondern etwas, das in der heutigen Automobilindustrie seltener geworden ist als ein Sechzehnzylinder: echte handwerkliche Zurückhaltung.
Vom Genfer Salon in die Automobilgeschichte
Der erste Aston Martin Vanquish debütierte im März 2001 auf dem Genfer Automobilsalon - entworfen unter der Designleitung von Ian Callum. Was damals auf dem Messestand stand, war das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprozesses, der 1998 mit dem Konzeptfahrzeug "Project Vantage" auf dem Detroit Motor Show begonnen hatte. Callum verfeinerte die Proportionen des Konzepts konsequent in Richtung Serienreife, ohne den Kern der Idee zu verwässern: elegante Schlichtheit statt aggressivem Theater.
Unter der Haube des Erstmodells arbeitete ein 5,9-Liter-V12 mit 460 PS, der den Vanquish in 4,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigte. Die Karosserie aus gebondetem Aluminium verband Leichtbau mit struktureller Präzision - für die damalige Zeit ein fertigungstechnischer Quantensprung. Der Vanquish war zugleich das letzte vollständig neue Modell, das im historischen Werk Newport Pagnell gebaut wurde.
Photo: Ömer Haktan Bulut / UnsplashAuf die erste Generation (2001-2007) folgte 2012 eine zweite, die Carbonfaser-Karosserieteile und einen überarbeiteten 6,0-Liter-V12 mit bis zu 600 PS einführte. Die dritte und aktuelle Generation kam 2024 auf den Markt - und setzte technisch noch einmal deutlich nach oben.
Die dritte Generation: Leistungsspitze ohne Elektrifizierung
Der Vanquish der dritten Generation ist auf weniger als 1.000 Exemplare pro Jahr limitiert und wurde ab dem vierten Quartal 2024 ausgeliefert - ab einem Preis von 386.000 Euro für das Coupé. Aston Martin entschied sich bewusst gegen eine Hybridisierung: Der 5,2-Liter-V12-Biturbo leistet 835 PS und 1.000 Nm Drehmoment, gekoppelt an eine Achtgang-Automatik. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 345 km/h - die höchste, die je ein Aston-Martin-Serienfahrzeug erreicht hat.
Technisch bemerkenswert ist die sogenannte "Boost Reserve"-Funktion: Sie erhöht den Turbodruck prophylaktisch über das aktuell abgerufene Niveau, sodass bei Volllast sofort die volle Leistung anliegt - ohne das typische Turboloch. Das ist kein Marketingbegriff, sondern eine konkrete Lösung für ein klassisches Biturbo-Problem.
Drei Generationen, ein Anspruch: Der Vanquish war in jeder seiner drei Generationen (2001, 2012, 2024) das leistungsstärkste Serienfahrzeug von Aston Martin — und stets ohne Elektrifizierung. Das ist in der aktuellen Branchendebatte um Antriebswenden eine bewusste Positionierung.
Das Jubiläumsmodell: 50 Einheiten, veredelt von Q
Für das 25-jährige Jubiläum hat Aston Martin nicht einfach ein Sonderdekor aufgelegt. Die Aufgabe übernahm Q by Aston Martin, die hauseigene Bespoke-Abteilung - und der Ansatz ist charakteristisch: subtile Verfeinerung statt radikaler Überarbeitung.
Weltweit werden exakt 50 Exemplare des Vanquish 25 gebaut - 25 Coupés und 25 Volante-Cabriolets, jeweils mit Wahl zwischen 2+0- und 2+2-Bestuhlung. Käufer können damit zwischen zwei Karosserievarianten und zwei Innenraumkonfigurationen wählen - eine Kombination, die den Vanquish 25 zu einem der exklusivsten Fahrzeuge macht, die Gaydon je verlassen hat.
Äußerlich definiert ein exklusiver Q Skye Silver Lackton das Erscheinungsbild - eine Neuinterpretation des Tungsten Silver, in dem der originale Vanquish 2001 auf dem Genfer Salon stand. Dazu kommen Metallfolien-Details an den Seitenschwellern und Kühlergittervanes, Edelstahl-Seitenstreben, ein Q-Commission-Auspuffabschluss sowie ein dezentes "V"-Motiv in den geschmiedeten 21-Zoll-Leichtmetallrädern.
Im Innenraum zeigt Q by Aston Martin, was handwerkliche Präzision bedeutet: neue Lederperforationsmuster, lasergravierte Zierleisten-Einlagen, in die Sitzlehnen eingestickte "Vanquish 25"-Logos und ein leuchtend roter Motor-Start/Stopp-Knopf mit individueller Drehknopf-Geometrie. Das Dachhimmel-Material ist schwarzes Alcantara. Drei Innenraumfarben stehen zur Wahl: Onyx Black, Oxford Tan oder Phantom Grey.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Motor | 5,2-Liter-V12-Biturbo |
| Leistung | 835 PS / 614 kW |
| Drehmoment | 1.000 Nm |
| 0–100 km/h (Coupé) | 3,3 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 345 km/h |
| Getriebe | 8-Gang-Automatik (Hinterachse) |
| Karosserievarianten | Coupé & Volante |
| Stückzahl weltweit | 50 (je 25 pro Variante) |
| Weltpremiere | Monterey Car Week, August 2026 |
| Auslieferungsbeginn | Q4 2026 |
Monterey Car Week als Bühne - und was das bedeutet
Die physische Weltpremiere des Vanquish 25 ist für die Monterey Car Week im August 2026 geplant, Auslieferungen sollen im vierten Quartal 2026 beginnen. Die Wahl des Veranstaltungsorts ist kein Zufall: Monterey ist das globale Schaufenster für Sammlerfahrzeuge und Ultraluxus-Automobile - ein Publikum, das den Unterschied zwischen einem Sondermodell und einem echten Q-Commission-Fahrzeug zu schätzen weiß.
Vittorio Gabba, Head of Q bei Aston Martin, formulierte den Anspruch klar: "25 years on from the unveiling of the very first Vanquish it is only right that we mark this nameplate's contribution to our heritage." Das Jubiläumsmodell solle auf den außergewöhnlichen Leistungen des modernen Vanquish aufbauen - mit einem sorgfältig kuratierten Paket, das den Meilenstein subtil feiere.
Ein Modell als Industrieaussage
Wer den Vanquish 25 nur als Luxusprodukt liest, verpasst die eigentliche Botschaft. In einer Branche, die gerade massiv in Richtung Elektrifizierung, Standardisierung und Plattformkonsolidierung drängt, ist die Entscheidung, einen V12-Großserienmotor weiterzuentwickeln, ihn auf Emissionskonformität zu trimmen und gleichzeitig auf Hybridisierung zu verzichten, eine ingenieurstechnische Positionierung.
Mit 160 PS pro Liter erreicht der 5,2-Liter-V12 des aktuellen Vanquish die höchste spezifische Leistung, die Aston Martin je aus einem V12-Motor herausgeholt hat. Das ist das Ergebnis von neu gestalteten Zylinderköpfen, überarbeiteten Nockenwellen, neu positionierten Zündkerzen und Einspritzdüsen mit höherer Durchflussrate - alles mit dem Ziel, Leistung und Effizienz gleichzeitig zu steigern und dabei aktuelle Emissionsvorschriften auf globalen Märkten zu erfüllen.
Das ist kein Widerspruch, sondern Ingenieurskunst unter Randbedingungen. Und genau das macht den Vanquish 25 zu mehr als einem Jubiläumsmodell: Er ist ein Beleg dafür, dass hochentwickelte Verbrennungsmotoren und regulatorische Realität kein Gegensatz sein müssen - wenn man bereit ist, die Entwicklungsarbeit zu investieren.
Wie viele Exemplare des Vanquish 25 werden gebaut?
Weltweit entstehen exakt 50 Fahrzeuge — 25 Coupés und 25 Volante-Cabriolets. Käufer können zusätzlich zwischen 2+0- und 2+2-Bestuhlung wählen.
Was unterscheidet den Vanquish 25 vom Standard-Vanquish?
Der Vanquish 25 ist ein von Q by Aston Martin veredeltes Sondermodell mit exklusivem Q Skye Silver Lack, Metallfolien-Details, Edelstahl-Seitenstreben, lasergravierten Innenraumeinlagen, eingestickten Logos und einem roten Start/Stopp-Knopf. Mechanisch bleibt er identisch mit dem Serien-Vanquish.
Wann wird der Vanquish 25 ausgeliefert?
Die physische Weltpremiere findet auf der Monterey Car Week im August 2026 statt. Erste Kundenauslieferungen sind für das vierte Quartal 2026 geplant.
Welchen Motor hat der Vanquish 25?
Einen 5,2-Liter-V12-Biturbo mit 835 PS und 1.000 Nm Drehmoment, gekoppelt an eine Achtgang-Automatik. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 345 km/h, der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert beim Coupé 3,3 Sekunden.
Warum setzt Aston Martin weiterhin auf einen V12 ohne Hybridisierung?
Aston Martin positioniert den Vanquish bewusst als reinen Verbrennungsmotor-Grand-Tourer — als Gegenpol zur Elektrifizierungswelle. Der überarbeitete V12 erfüllt dabei aktuelle globale Emissionsvorschriften, ohne auf elektrische Unterstützung zurückzugreifen.





