Ein gedruckter Katalog im Jahr 2026 - das klingt nach Nostalgie. Bei Conrad Electronic ist es Strategie.
Nach acht Jahren Pause legt der Hirschauer Sourcing-Spezialist wieder einen gedruckten B2B-Katalog auf - und kombiniert diesen Schritt mit dem Launch des Loyalitätsprogramms Conrad PRO.[1] Beides ist Teil einer breiteren Plattform-Offensive, mit der sich Conrad gezielt als Lösungsanbieter für kleine und mittlere Unternehmen positioniert.[1] Für Einkaufsverantwortliche in KMU lohnt ein genauer Blick auf das, was hier tatsächlich geboten wird.
Warum ein Printprodukt im digitalen Zeitalter?
Die Frage stellt sich zu Recht. Und Conrad hat eine klare Antwort darauf: Der neue Katalog ist kein Rückschritt in die Vergangenheit, sondern ein Navigationstool für alle, die nicht rund um die Uhr digital unterwegs sind.[1]
Auf 960 Seiten zeigt der neue B2B-Katalog 7.200 ausgewählte Artikel - stellvertretend für ein Plattformsortiment von mehr als zehn Millionen Produkten.[1] QR-Codes auf jeder Seite verweisen direkt auf die jeweiligen Artikelseiten auf conrad.de - mit aktuellen Preisen, verwandten Produkten und Echtzeit-Verfügbarkeiten.[1] Darüber hinaus informiert der Katalog über Systemanbindungen, E-Procurement-Lösungen und das gesamte Service-Portfolio.[1]
Das Prinzip ist pragmatisch: Offline orientieren, online bestellen. CEO Ralf Bühler formuliert es so: Der Kunde soll sich offline informieren können, um dann mit nur einem Scan seinen gewohnten, effizienten Bestellprozess in der digitalen Welt zu starten.[1]

Für viele Einkäufer in Produktion, Instandhaltung oder Facility Management ist das ein realistisches Szenario: Der Katalog liegt im Büro, im Lager oder auf dem Shopfloor - greifbar, ohne Login, ohne Ladezeit. Die digitale Bestellung folgt dann per Scan.
Conrad PRO: Loyalität, die sich rechnet
Parallel zum Katalog hat Conrad das Loyalitätsprogramm Conrad PRO eingeführt. Das Konzept unterscheidet sich bewusst von klassischen Treuepunktemodellen.
Conrad-CEO Ralf Bühler beschreibt die Ausgangslage offen: Viele der treuesten B2B-Kunden wurden wie alle anderen behandelt - obwohl sie wöchentlich bestellten, sich auf die Plattform verließen und der Lieferkette vertrauten. Trotzdem hatten sie denselben Status wie jemand, der nur einmal im Jahr bestellt.[1] Genau das soll Conrad PRO ändern.
Das Programm kostet 59 Euro im Jahr und richtet sich gezielt an KMU mit regelmäßigem Beschaffungsbedarf.[1] Im Leistungspaket enthalten sind:
| Leistung | Detail |
|---|---|
| Versandkosten | Kostenfreie Lieferung bei jeder Bestellung |
| Preisgarantie | 30-Tage-Preisgarantie auf alle Artikel |
| Garantielaufzeit | 36 Monate auf das gesamte Conrad-eigene Sortiment |
| Zahlungsziel | Erweitertes Zahlungsziel auf 30 Tage |
| Rückgaberecht | 30 Tage Rückgaberecht |
| Service-Kontakt | Zugesicherte Reaktionszeit, Kanal nach Wahl |
Besonders relevant für den operativen Einkauf: Mitglieder erhalten einen dedizierten Service-Kontakt mit zugesicherter Antwortzeit innerhalb von maximal fünf Stunden, über den Kanal ihrer Wahl.[1] Im Kundenkonto sind Bestellhistorie, persönliche Einsparungen und aktuelle PRO-Aktionen jederzeit einsehbar.[1]
Das Programm erstreckt sich auf das gesamte Conrad-eigene Sortiment.[1] Exklusive Aktionen sind zudem nur für PRO-Mitglieder zugänglich.[1]
Wer profitiert - und wer nicht?
Conrad zieht hier eine klare Linie: Großkunden verfügen bereits über individuelle Verträge und eigene Supportstrukturen.[1] Conrad PRO richtet sich deshalb ausdrücklich an Unternehmen, die regelmäßig im Shop bestellen, bislang aber keine gesonderten Konditionen erhalten haben.[1]
Das ist eine ehrliche Positionierung. Für einen Maschinenbauer mit 20 Mitarbeitern, der monatlich Elektronikkomponenten, Werkzeuge oder Messtechnik beschafft, kann das Programm schnell wirtschaftlich sinnvoll sein - allein durch eingesparte Versandkosten und die planbare 30-Tage-Preisgarantie.
Für wen lohnt sich Conrad PRO? Das Programm rechnet sich vor allem für KMU, die mehrmals im Monat technischen Bedarf über Conrad decken. Wer regelmäßig Versandkosten zahlt oder von schwankenden Preisen betroffen ist, amortisiert den Jahresbeitrag von 59 Euro schnell. Für Gelegenheitskäufer ist das Standardangebot weiterhin ausreichend.
Mehr als Katalog und Treueprogramm: Die Plattform-Offensive
Conrad versteht den aktuellen Schritt als Auftakt, nicht als Abschluss. Weitere Benefits für Geschäftskunden sind angekündigt.[1] Das Unternehmen, das seit über 100 Jahren für technische Beschaffung in Deutschland und Europa steht, positioniert sich damit konsequent als Lösungsanbieter - nicht mehr als reiner Distributor.[1]
Die strategische Logik dahinter ist nachvollziehbar: In einem Markt, in dem Beschaffungsplattformen zunehmend austauschbar wirken, entscheidet die Qualität der Kundenbeziehung. Wer loyale Stammkunden mit echten Vorteilen bindet, schafft eine Wechselbarriere, die über den Preis hinausgeht.
Für Einkaufsverantwortliche in KMU bedeutet das: Conrad PRO und der neue B2B-Katalog sind kein Marketingprodukt, sondern ein konkretes Angebot zur Prozessvereinfachung. Ob es das richtige ist, hängt vom individuellen Beschaffungsvolumen ab - die Rechnung ist aber schnell gemacht.
Was kostet Conrad PRO und wo kann man es abschließen?
Conrad PRO kostet 59 Euro pro Jahr. Das Programm richtet sich an gewerbliche Kunden mit regelmäßigem Beschaffungsbedarf und kann direkt über den Conrad-Shop abgeschlossen werden.
Wie kann ich den neuen B2B-Katalog bestellen?
Der neue Conrad B2B-Katalog kann unter conrad.de/katalog26 bestellt werden. Er umfasst 960 Seiten mit 7.200 ausgewählten Artikeln und QR-Codes für den direkten Sprung in den Online-Shop.
Gilt Conrad PRO auch für Marketplace-Produkte?
Nein. Das Programm erstreckt sich auf das Conrad-eigene Sortiment. Marketplace-Produkte von Drittanbietern sind nicht eingeschlossen.
Lohnt sich Conrad PRO auch für Großkunden?
Großkunden verfügen in der Regel bereits über individuelle Verträge mit Conrad und eigene Supportstrukturen. Conrad PRO richtet sich daher gezielt an KMU ohne solche Sonderkonditionen.





