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Steffen Bilger übernimmt Schirmherrschaft der Logistics Hall of Fame

Neuer Bundesverkehrsminister Steffen Bilger übernimmt die Schirmherrschaft der Logistics Hall of Fame - nahtlos, mit Vorgeschichte und in einem besonderen Aufnahmejahr.

Julia Hartmann (KI)
Julia Hartmann (KI)Ressortleiterin Forschung & Innovation
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Foto von blue sky auf Unsplash

Der Wechsel an der Spitze des Bundesverkehrsministeriums ist noch keine zwei Wochen alt, da hat Steffen Bilger bereits ein klares Zeichen in Richtung Logistikbranche gesetzt: Der am 29. Juli 2026 ernannte Bundesverkehrsminister übernimmt die Schirmherrschaft der Logistics Hall of Fame (LHOF)[1] - und setzt damit eine Tradition fort, die den Stellenwert der Logistik in der deutschen Verkehrspolitik unterstreicht.

a group of vases sit on a tablePhoto: Jelly Dollar / Unsplash

Nahtloser Übergang - mit Vorgeschichte

Die Schirmherrschaft über die virtuelle Ruhmeshalle der Logistik geht mehr oder weniger nahtlos vom ausgeschiedenen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder auf den neuen Mann an der Spitze des Ministeriums, Steffen Bilger, über.

Das ist kein Zufall und auch keine Formalität. Bilger ist mit der LHOF bereits seit Jahren vertraut: Schon im Jahr 2021 hielt er in Berlin eine Laudatio auf den Begründer der Humanitären Logistik Lynn C. Fritz. Die Übernahme der Schirmherrschaft fiel ihm damit, wie es heißt, vergleichsweise leicht.

Die Logistics Hall of Fame steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Digitales und Verkehr. Sie ehrt international Persönlichkeiten, die sich um die Weiterentwicklung von Logistik und Supply Chain Management außergewöhnlich verdient gemacht haben. Bilger ist dabei nicht der erste Ressortchef in dieser Rolle: Bereits Andreas Scheuer hatte die Schirmherrschaft für die Logistics Hall of Fame übernommen und war darüber hinaus als Jurymitglied tätig, um künftig mitzubestimmen, wer in die Weltruhmeshalle der Logistik einzieht.

info Note

Die Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministers über die LHOF ist keine bloße Ehrenfunktion: Der Ressortchef sitzt traditionell auch in der Jury und nimmt damit aktiv Einfluss darauf, wer als Logistik-Legende anerkannt wird.

Was die LHOF auszeichnet

Die Logistics Hall of Fame würdigt Persönlichkeiten, die durch ihr Wirken über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus die Logistik maßgeblich vorangebracht haben - durch technische, strategische, wissenschaftliche oder betriebswirtschaftliche Leistungen mit positiver Wirkung auf eine größere Gruppe von Unternehmen oder Institutionen.

Die Organisation ist neutral und nicht an einen Verlag, Verband, Verein oder ein Unternehmen gebunden. Wichtige Branchenmedien sowie die einschlägigen Branchenverbände arbeiten in der Jury, im Council oder Unterstützerkreis mit. Initiiert wurde die LHOF von Anita Würmser, die heute als geschäftsführende Vorsitzende der Jury die Organisation leitet.

Die Logistics Hall of Fame verleiht zudem die Auszeichnung Logistics Leader of the Year an aktuelle Taktgeber der Logistik - Stifter ist die STILL GmbH. Außerdem zeichnet sie innovative Logistikprojekte von humanitären Organisationen mit der Lynn C. Fritz Medal for Excellence in Humanitarian Logistics aus. Stifter ist das Fritz Institute.

2026: Ein besonderes Aufnahmejahr

Für die Branche ist das Timing der Schirmherrschaftsübernahme besonders relevant - denn 2026 ist kein gewöhnliches LHOF-Jahr. Auf Beschluss des Councils werden 2026 erstmals seit zehn Jahren wieder mehrere Persönlichkeiten gleichzeitig in die Logistics Hall of Fame aufgenommen. Damit möchte die Organisation der Vielzahl prägender Persönlichkeiten und Leistungen Rechnung tragen, die die Branche über Jahre nachhaltig beeinflusst haben.

Das Logistics Hall of Fame Council nominierte am Münchner Flughafen acht Vorschläge mit insgesamt elf Personen für die Aufnahme in die internationale Ruhmeshalle der Logistik. Die finale Entscheidung trifft eine unabhängige Jury mit rund 70 international renommierten Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

Die feierliche Aufnahme findet am 4. Dezember 2026 in der Wiener Hofburg statt. Mit der Rückkehr nach Wien schließt die Logistics Hall of Fame einen besonderen Kreis: Bereits 2010 wurde in der Hauptstadt Österreichs die erste Gala der internationalen Ruhmeshalle gefeiert, bevor sie in den nachfolgenden Jahren nach Berlin gezogen ist.

LHOF-Schirmherren: Bundesverkehrsminister im Überblick

Bilger: Rückkehr ins Ministerium mit klarer Agenda

Die Schirmherrschaft ist ein symbolisches Signal - aber Bilger hat auch inhaltlich viel vor. Mit Steffen Bilger rückt ein ausgewiesener Verkehrspolitiker an die Spitze des Bundesverkehrsministeriums. Er wird schnell Fahrt aufnehmen, weil er das Ressort aus unterschiedlichen Perspektiven kennt: aus dem Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags, aus seiner Tätigkeit als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und aus der Führung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat seine Prioritäten klar abgesteckt: Rund 170 Milliarden Euro für Straßen, Schienen und Wasserwege sollen in den kommenden vier Jahren schnell und wirksam investiert werden. Für die Logistikbranche ist das eine direkt relevante Ansage: Für die Logistikbranche sind die angekündigten Investitionen grundsätzlich positiv. Leistungsfähige Verkehrswege gelten als entscheidende Voraussetzung für zuverlässige Lieferketten und wettbewerbsfähige Transportprozesse.

In Tübingen studierte Bilger Rechtswissenschaft, arbeitete danach als Anwalt und gründete mit Kollegen eine eigene Kanzlei, die sich auf Verkehrs- und Energierecht spezialisiert hatte. Diese fachliche Verwurzelung im Verkehrsrecht dürfte ihm helfen, die komplexen Regulierungsthemen der Logistik - von Trassenpreisen über Brückensanierungen bis zur Führerschein-Reform - mit Substanz anzugehen.

Bilger zeigt sich optimistisch, den Zustand der Verkehrsträger mit den Infrastruktur-Milliarden verbessern zu können. Er warnt aber vor der Vorstellung, dass das sehr schnell und ohne Unannehmlichkeiten geht. Für Produktionsplaner und Einkäufer, die auf verlässliche Transportketten angewiesen sind, ist das eine realistische Einschätzung - und zugleich ein Hinweis, dass kurzfristige Engpässe durch Baustellen einzukalkulieren sind.

Was das für die Branche bedeutet

Die Übernahme der LHOF-Schirmherrschaft durch Bilger ist mehr als ein protokollarischer Akt. Sie signalisiert, dass die neue Ministeriumsführung die Logistik als systemrelevanten Sektor ernst nimmt - und das in einem Moment, in dem die Branche unter erheblichem Druck steht.

Laut einer Befragungsreihe der Logistics Hall of Fame in Kooperation mit der SCHUNCK GROUP haben politische Risiken den Fachkräftemangel von den vorderen Plätzen der größten Risiken für die Logistik verdrängt. Die instabile Lage im Nahen Osten und neue Handelshemmnisse führen zu einem deutlichen Stimmungsumschwung. Cyberkriminalität bleibt jedoch das größte Risiko.

Vor diesem Hintergrund ist ein Bundesverkehrsminister, der die Logistik nicht nur verwaltet, sondern aktiv mitgestaltet - und das mit nachgewiesener Fachkenntnis - ein Signal, das die Branche registrieren wird. Die Aufnahmefeier in der Wiener Hofburg am 4. Dezember 2026 wird Bilgers erster großer Auftritt als Schirmherr sein. Für die neuen LHOF-Mitglieder, die dann geehrt werden, dürfte das eine besondere Kulisse sein.

help_outlineWas ist die Logistics Hall of Fame (LHOF)?expand_more

Die Logistics Hall of Fame ist eine internationale, virtuelle Ruhmeshalle, die Persönlichkeiten ehrt, die sich um die Weiterentwicklung von Logistik und Supply Chain Management außergewöhnlich verdient gemacht haben. Sie wurde von Anita Würmser initiiert und steht traditionell unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundesverkehrsministers.

help_outlineWer ist Steffen Bilger?expand_more

Steffen Bilger (CDU) ist seit dem 29. Juli 2026 Bundesminister für Verkehr. Er war von 2018 bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und kennt das Ressort aus mehreren Perspektiven. Er folgt auf Patrick Schnieder.

help_outlineWann und wo findet die LHOF-Gala 2026 statt?expand_more

Die feierliche Aufnahme neuer Mitglieder in die Logistics Hall of Fame findet am 4. Dezember 2026 in der Wiener Hofburg statt. 2026 ist ein besonderes Jahr: Erstmals seit zehn Jahren werden mehrere Persönlichkeiten gleichzeitig aufgenommen.

help_outlineWie viele Kandidaten wurden für die LHOF 2026 nominiert?expand_more

Das Logistics Hall of Fame Council nominierte acht Vorschläge mit insgesamt elf Personen. Die finale Entscheidung trifft eine unabhängige Jury mit rund 70 international renommierten Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

  1. Bundesverkehrsminister Bilger spannt seinen Schirm über die LHOF
Julia Hartmann (KI)

Julia Hartmann (KI)

Ressortleiterin Forschung & Innovation

Physikerin mit Schwerpunkt Materialwissenschaften. Berichtet über F&E, Werkstoffforschung, Patente und Technologietransfer — mit Fokus auf den Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis.