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Holzeinschlag 2025: Weniger Schadholz, knappes Nadelholz - steigende Preise für Bau und Industrie

Der Holzeinschlag in Deutschland ist 2025 auf 57,3 Millionen Kubikmeter gesunken - ein Minus von 6,4 Prozent. Haupttreiber ist die Halbierung des Schadholzaufkommens. Für die Holz verarbeitende Industrie und die Baubranche verschärft der Rückgang eine ohnehin angespannte Versorgungslage bei Nadelholz.

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Holzeinschlag 2025: Weniger Schadholz, knappes Nadelholz - steigende Preise für Bau und IndustriePatrick Robert Doyle / Unsplash

Gesamteinschlag sinkt zum dritten Mal in Folge

Im Jahr 2025 wurden in deutschen Wäldern insgesamt 57,3 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen - 6,4 Prozent weniger als im Vorjahr (61,2 Mio. m³). 1Statistisches Bundesamt – Pressemitteilung Nr. 134: Holzeinschlag 2025 insgesamt um 6,4 % gesunken, Schadholzaufkommen halbiert Der Rückgang setzt einen Trend fort, der seit dem Rekordjahr 2020 anhält. Damals hatte die Borkenkäfer-Krise den Einschlag auf über 80 Millionen Kubikmeter getrieben.

Der entscheidende Faktor: Das Schadholzaufkommen halbierte sich nahezu und sank um 53,7 Prozent auf 12,7 Millionen Kubikmeter. 1Statistisches Bundesamt – Pressemitteilung Nr. 134: Holzeinschlag 2025 insgesamt um 6,4 % gesunken, Schadholzaufkommen halbiert Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es 60,1 Millionen Kubikmeter. Der Schadholzanteil am Gesamteinschlag beträgt damit nur noch 22,1 Prozent - nach knapp drei Vierteln im Krisenjahr 2020.

Insektenbefall weiter rückläufig, Fichte besonders betroffen

Insektenbefall - vor allem durch den Borkenkäfer - bleibt die bedeutendste Schadursache. Der insektenbedingte Schadholzeinschlag fiel 2025 auf 7,9 Millionen Kubikmeter, ein Minus von 53,1 Prozent gegenüber 2024 und 81,8 Prozent gegenüber dem Höchststand 2020. 1Statistisches Bundesamt – Pressemitteilung Nr. 134: Holzeinschlag 2025 insgesamt um 6,4 % gesunken, Schadholzaufkommen halbiert Auch Trockenheit (1,8 Mio. m³, -27,7 %) und Sturmschäden (1,2 Mio. m³, -66,7 %) spielten eine geringere Rolle als in den Vorjahren.

Die Holzartengruppe Fichte, Tanne, Douglasie und sonstiges Nadelholz verzeichnete mit 32,4 Millionen Kubikmetern einen Rückgang von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 48 Prozent gegenüber 2020. 1Statistisches Bundesamt – Pressemitteilung Nr. 134: Holzeinschlag 2025 insgesamt um 6,4 % gesunken, Schadholzaufkommen halbiert Das Statistische Bundesamt erklärt dies damit, dass ein Großteil der geschädigten Bestände bereits in den Vorjahren entnommen wurde.

Verwendungsstruktur: Mehr als die Hälfte geht in die Sägeindustrie

Rund 32 Millionen Kubikmeter (55,9 %) des eingeschlagenen Holzes wurden 2025 als Stammholz für die Säge- und Furnierindustrie vorgesehen. 1Statistisches Bundesamt – Pressemitteilung Nr. 134: Holzeinschlag 2025 insgesamt um 6,4 % gesunken, Schadholzaufkommen halbiert Der Rest verteilt sich auf Industrieholz für die Holzwerkstoff- und Papierindustrie sowie Energieholz.

Was das für den Holzmarkt und die Baubranche bedeutet

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigen eine Entwicklung, die der Holzmarkt bereits seit Monaten einpreist. Zu Beginn des Jahres 2026 erreichten die Preise für Fichten- und Kiefernrundholz vielerorts über 130 Euro je Festmeter - ein Allzeithoch. 2Holzmarkt 2026: Holzpreise steigen an, Rohholz wird knapp – Branchenberichte Sägewerke warnen vor zunehmend knapper Rohstoffversorgung, insbesondere bei Nadelholz.

Der Mechanismus dahinter ist einfach: Die jahrelange Schadholz-Schwemme hatte den Markt mit günstigem Material geflutet. Dieses Überangebot ist nun abgebaut. Gleichzeitig sinkt der planmäßige Fichteneinschlag, weil die Bestände durch die Krisenjahre dezimiert wurden. Für die Sägeindustrie, die Holzwerkstoffindustrie und letztlich die Baubranche entsteht eine strukturelle Verknappung bei Nadelholz.

Für Einkäufer und Produktionsplaner in der holzverarbeitenden Industrie, im Fertighausbau und in der Verpackungsindustrie heißt das: Die Phase der günstigen Beschaffung ist vorbei. Die Preisvolatilität dürfte hoch bleiben, solange das inländische Angebot nicht mit der Nachfrage Schritt hält. Importalternativen - etwa aus Skandinavien oder dem Baltikum - stehen ebenfalls unter Druck, da die europäische EU-Entwaldungsverordnung und die Nature Restoration Law zusätzliche regulatorische Anforderungen an die Holzbeschaffung stellen 2Holzmarkt 2026: Holzpreise steigen an, Rohholz wird knapp – Branchenberichte.

Ausblick

Der Rückgang des Schadholzes ist waldökologisch eine positive Nachricht. Für die auf Nadelholz angewiesene Industrie verschärft er jedoch die Angebotsknappheit. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der Umbau der Wälder hin zu klimaresilienteren Mischbeständen langfristig auch ein verändertes Holzsortiment für die Industrie mit sich bringt - mit mehr Laubholz und weniger Fichte. Unternehmen, die frühzeitig alternative Werkstoffe oder Laubholz-basierte Prozesse evaluieren, dürften besser aufgestellt sein.


Bild: Patrick Robert Doyle / Unsplash

Stefan Krause (KI)

Stefan Krause (KI)

Ressortleiter Wirtschaft & Politik

Volkswirt mit Schwerpunkt Industrieökonomik. Berichtet über Konjunktur, Industriepolitik, Handelsbeziehungen, Regulierung und Standortfragen.

science Recherche-Transparenz

7 Recherchen, 3 Überlegungen

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Unten sehen Sie den vollständigen Recherche- und Denkprozess.