Kärcher ist bekannt für Hochdruckreiniger. Dass das Winnender Unternehmen nun auch im Segment der leitungsgebundenen Wasserspender Akzente setzt, ist auf den ersten Blick überraschend - auf den zweiten aber durchaus konsequent. Wer Reinigungstechnik auf Industrieniveau entwickelt, bringt ein anderes Verständnis von Hygiene mit als ein klassischer Getränkeautomaten-Hersteller. Die Frage ist, ob das in der Praxis einen echten Unterschied macht.
Zwei neue Tischgeräte, ein klarer Fokus
Kärcher bringt mit den leitungsgebundenen Wasserspendern WPD 45 und WPD 70 zwei neue Tischgeräte auf den Markt, die auf ein umfassendes Hygienekonzept setzen, um Bakterien und Mikroorganismen wirksam außerhalb des Systems zu halten.[1] Beide Geräte arbeiten mit einem thermischen Desinfektionsverfahren - einem vollautomatischen System, das alle wasserführenden Leitungen und Kontaktstellen regelmäßig mit hoch erhitztem Wasser durchspült, ohne dass Chemikalien oder manuelles Eingreifen nötig sind.
Das ist kein triviales Detail. Leitungsgebundene Wasserspender sind direkt an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen, wodurch eine kontinuierliche mikrobiologische Kontamination durch Biofilme, Legionellen oder koliforme Bakterien möglich ist. Die deutsche Trinkwasserverordnung und die DIN 1988-100 verlangen, dass alle Komponenten, die mit Trinkwasser in Berührung kommen, hygienisch einwandfrei sind. Wer im Betrieb oder in der Kantine einen solchen Spender betreibt, trägt also eine regulatorische Verantwortung - und die wird in der Praxis oft unterschätzt.
Die thermische Desinfektion bei Kärcher-Wasserspendern läuft vollautomatisch und ohne Chemikalieneinsatz. Das entbindet Betreiber jedoch nicht von der regelmäßigen Wartungspflicht nach Trinkwasserverordnung.
Was die sechs Wasserarten konkret bedeuten
Die neuen Geräte liefern bis zu sechs verschiedene Wasserarten: stilles Wasser ungekühlt, stilles Wasser gekühlt, Wasser mit Kohlensäure in der Variante Medium, Wasser mit Kohlensäure in der Variante Classic, heißes sowie extra heißes Wasser. Das kompakte Tischgerät wird einfach an das Trinkwassernetz angeschlossen und liefert diese sechs Wasserarten: still oder mit Kohlensäure (Medium und Classic), gekühlt oder ungekühlt, heiß oder auch extra heiß.
Für den Shopfloor ist die Heißwasseroption nicht unwichtig: Wer in Kantinen oder Pausenräumen Tee, Suppen oder Instantgerichte anbieten möchte, braucht bislang separate Geräte. Ein einziger leitungsgebundener Spender, der diese Funktion integriert, reduziert Geräteanzahl, Wartungsaufwand und Stellfläche gleichzeitig.
| Wasserart | Temperatur | Kohlensäure |
|---|---|---|
| Still, ungekühlt | Raumtemperatur | Nein |
| Still, gekühlt | Gekühlt | Nein |
| Medium | Gekühlt | Leicht |
| Classic | Gekühlt | Stark |
| Heiß | Heiß | Nein |
| Extra heiß | Sehr heiß | Nein |
Das Hygienekonzept im Detail
Der entscheidende technische Eingriff bei den neuen Modellen liegt im Auslass: Kärcher hat sein Hygienekonzept nochmals verbessert - bei der Trinkwasserausgabe arbeitet das Unternehmen mit einem nach oben versetzten Auslass. Er sorgt dafür, dass kein Kontakt mit dem Gefäß des Nutzers stattfindet, was zu einer Keimübertragung führen könnte. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber in der Praxis eine der häufigsten Kontaminationsquellen bei Wasserspendern im Mehrbenutzerbetrieb.
Die Kärcher-Wasserspender setzen auf höchste Hygienestandards dank der thermischen Reinigung. Dieses vollautomatische System sorgt dafür, dass alle wasserführenden Leitungen und Kontaktstellen regelmäßig mit hoch erhitztem Wasser durchgespült werden. So werden Bakterien, Keime und Biofilme zuverlässig beseitigt - ganz ohne den Einsatz von Chemikalien oder manuelles Eingreifen.
Ergänzt wird das durch ein zweistufiges Filterkonzept: Der Active-Pure-Filter entfernt zuverlässig Schwermetalle und Chlor, lässt aber wichtige Mineralstoffe durch. Um die Hygiene kümmern sich der Hy-Protect-Filter sowie die patentierte automatische thermische Desinfektion, die Bakterien und Viren keine Chance lassen.
Kärcher Fleet: Fernüberwachung als Betriebsoption
Kärcher Fleet ermöglicht eine schnellere Reaktionszeit durch automatische Echtzeit-Überwachung. Für Betriebe mit mehreren Standorten oder großen Belegschaften ist das ein relevanter Aspekt: Statt auf manuelle Kontrollen zu warten, signalisiert das System Filterwechselbedarf oder Anomalien proaktiv. Die M2M-Kommunikation (Machine-to-Machine) ermöglicht eine direkte Verbindung zwischen dem Wasserspender und PC oder Smartphone.
Das ist kein Luxusfeature, sondern eine sinnvolle Antwort auf die regulatorischen Anforderungen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat die hygienische Beschaffenheit von Wasserspendern und die von ihnen ausgehenden mikrobiologischen Gefahren bewertet und einzuhaltende Hygieneanforderungen beschrieben. Demnach sollten freistehende Wasserspender mindestens vierteljährlich einer Hygienewartung unterzogen werden. Wer das dokumentieren muss, profitiert von einer automatisierten Überwachungslösung.
Was das für den Betrieb bedeutet
Mit den Neuentwicklungen WPD 45 und WPD 70 setzt Kärcher auf ein umfassendes Hygienekonzept, um Bakterien und Mikroorganismen wirksam außerhalb des Systems zu halten. Die neuen Geräte punkten zudem mit intuitiver Bedienung und modernem Design, das sich auf Kundenwunsch individualisieren lässt. Laut Kärcher können bis zu 100 Nutzer jederzeit sicher mit Trinkwasser versorgt werden.
Für Produktionsbetriebe, Büros oder Kantinen ist das Argument nicht primär der Komfort - sondern die Kombination aus Compliance-Sicherheit und reduziertem Betriebsaufwand. Niedrige Betriebs- und Energiekosten sowie keine Lagerhaltung und kein Leergut sind Argumente, die Facility-Manager und Einkäufer kennen. Hinzu kommt die Nachhaltigkeitskomponente: Leitungsgebundene Wasserspender beeinflussen die Ökobilanz eines Unternehmens nachhaltig und positiv, indem sie Plastikmüll vermeiden.

Einordnung: Strategischer Schritt oder Randprodukt?
Kärcher ist mit einem Jahresumsatz im Milliardenbereich ein Schwergewicht im Reinigungsmarkt. Der Einstieg in leitungsgebundene Wasserspender ist kein Zufall: Das Unternehmen bringt Kompetenz in Filtration, Hygienesystemen und Gerätetechnik mit, die direkt auf dieses Segment übertragbar ist. Die Frage ist, ob die WPD-Linie langfristig als eigenständiges Standbein positioniert wird - oder ob sie primär das Serviceportfolio für Bestandskunden aus dem Reinigungsbereich erweitert.
Für Betriebe, die heute noch auf Gallonen-Wasserspender oder Flaschenlogistik setzen, ist das Angebot jedenfalls eine ernsthafte Alternative. Die Kombination aus thermischer Desinfektion, mehrstufiger Filtration und optionaler Fernüberwachung adressiert die drei zentralen Schmerzpunkte: Hygiene, Wartungsaufwand und Compliance-Dokumentation. Ob WPD 45 oder WPD 70 die richtige Wahl ist, hängt von der Nutzerzahl und den gewünschten Wasserarten ab - die technische Basis ist in beiden Fällen identisch.
Was unterscheidet WPD 45 und WPD 70 voneinander?
Beide Modelle sind leitungsgebundene Tischgeräte mit thermischem Desinfektionsverfahren und bis zu sechs Wasserarten. Die genauen Unterschiede in Kühlleistung und Kapazität sollten direkt beim Hersteller oder Fachhändler abgefragt werden, da Kärcher die technischen Spezifikationen modellspezifisch kommuniziert.
Welche regulatorischen Anforderungen gelten für leitungsgebundene Wasserspender?
In Deutschland müssen leitungsgebundene Wasserspender die Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und der DIN 1988-100 erfüllen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt mindestens vierteljährliche Hygienewartungen sowie regelmäßige mikrobiologische Wasseranalysen.
Wie funktioniert die thermische Desinfektion bei Kärcher-Wasserspendern?
Das vollautomatische System spült alle wasserführenden Leitungen und Kontaktstellen regelmäßig mit hoch erhitztem Wasser durch. Bakterien, Keime und Biofilme werden so zuverlässig beseitigt – ohne Chemikalieneinsatz und ohne manuelles Eingreifen.
Für welche Einsatzbereiche sind die neuen Geräte geeignet?
Kärcher nennt Büros, Kantinen, Fertigungshallen, Gesundheitswesen, Gastgewerbe, Schulen und den öffentlichen Dienst als Zielbereiche. Das patentierte Hygienesystem eignet sich laut Hersteller auch für sensible Umgebungen wie Kliniken oder Arztpraxen.





