Ein Mähroboter, der eher an ein Baustellenfahrzeug erinnert als an einen Gartenhelfer - das ist der Lymow One Plus auf den ersten Blick. Breite Raupenketten, ein vorgelagertes Mähdeck, ein Kameraturm: Das Gerät polarisiert. Und genau das ist der Punkt. Während der Markt für kabellose Mähroboter 2026 mit RTK-Modellen aller Preisklassen überschwemmt wird, geht Lymow einen radikal anderen Weg. Die Frage ist: Reicht das überarbeitete Plus-Modell, um die Zuverlässigkeitsprobleme des Vorgängers hinter sich zu lassen - und sich gegen starke Konkurrenz zu behaupten?
Photo: Yarbo Global / UnsplashKein Neustart, sondern ein gezieltes Facelift
Wer ein komplett neues Modell erwartet, wird enttäuscht. Der Lymow One Plus ist eher ein Facelift zum Vorgänger als ein komplett neues Modell - das ist grundsätzlich sinnvoll, denn so ist das Plus-Modell deutlich ausgereifter als zuvor, ohne dessen Vorteile zu verlieren.[1] Das ist eine ehrliche Einordnung, die für die Kaufentscheidung wichtig ist. Wer bereits den Lymow One besitzt, bekommt kein revolutionär anderes Gerät. Wer neu einsteigt, bekommt eine deutlich ausgefeiltere Version eines ungewöhnlichen Konzepts.
Im Test zum Vorgänger gab es kaum Probleme, im Alltag und im Dauerbetrieb mehrten sich aber in Foren Beschwerden wegen mangelnder Zuverlässigkeit. Kann Lymow mit dem Plus-Modell Vertrauen zurückgewinnen?[1] Genau das ist die eigentliche Messlatte für dieses Update.
Was sich konkret geändert hat
Sinnvolle Änderungen sind die nach oben verlegten Ladekontakte, die besser geschützten Raupen und die beheizten Kameralinsen. Auch die größere Bodenfreiheit passt gut zum Anspruch des Roboters, auf Wurzeln, Hängen und unebenem Gelände zu arbeiten.[1] Im Alltag macht das einen spürbaren Unterschied: Die Kontakte sitzen nicht mehr unten, wo sie im Dreck verkrusten, sondern oben auf dem Gehäuse. Und wenn der Vorgänger im feuchten Morgengrauen losgeschickt wurde, gab es wegen beschlagener Linsen hin und wieder Navigationsfehler - der Plus hat nun eine integrierte Heizung an den Linsen, mit der bisher kein Morgentau im Kamerabild oder Navigationsfehler festgestellt werden konnte.
40 Prozent mehr Bodenfreiheit klingt auf dem Papier nach wenig, sorgt im Garten aber dafür, dass sich der Roboter deutlich seltener an dicken Baumwurzeln oder herabgefallenen Ästen festfährt. Das ist kein Marketingversprechen, sondern ein praxisrelevanter Fortschritt für alle, die Gärten mit altem Baumbestand oder unebenem Untergrund bewirtschaften.
Fünf zentrale Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger:
- Ladekontakte auf der Gehäuseoberseite (kein Verschmutzen mehr)
- Beheizte Kameralinsen gegen Beschlag und Navigationsfehler
- Rund 40 % mehr Bodenfreiheit
- Besser geschützte Raupenketten
- Neues Schneidwerk LyCut 2.0 aus SK5-Werkzeugstahl
Das Herzstück: LyCut 2.0 und der Unterschied zu Klingenmähern
Ein weiterer großer Fortschritt steckt im Schneidwerk: LyCut 2.0 kommt mit dichtem und niedergedrücktem Gras besser zurecht, sofern es nicht übertrieben wird.[1] Was steckt technisch dahinter? Verbessert wurde im Vergleich zum Vorgänger vor allem das Schneidwerk LyCut System 2.0, das nun aus hochhartem SK5-Werkzeugstahl besteht. Es setzt selbst bei dichtem und überwuchertem Gras saubere und präzise Schnitte. Ein integrierter Zyklon-Luftstrom richtet zuvor das Gras auf, um ausgelassene Stellen zu reduzieren. Die Grasreste werden dann direkt im Anschluss fein gemulcht und über den Auswurfkanal gleichmäßig auf der Fläche verteilt.
Das ist der konzeptionelle Kernunterschied zu klassischen Klingenmährobotern: Die meisten Mähroboter haben winzige Rasier-Klingen unter dem Bauch, die das Gras eher zupfen, als dass sie es wirklich mähen. Der Lymow One Plus bietet dank Raupenantrieb sehr gute Geländegängigkeit und die Schneidwerke viel Kraft weit über das normale Niveau eines Klingenmähers hinaus.[1]
Das Doppel-Mähwerk des Lymow One Plus hat eine Schnittbreite von 40 cm und besteht aus SK5-Werkzeugstahl. Die große Schnittbreite von 40 cm bringt in der Praxis einen klaren Vorteil: Pro Durchgang wird deutlich mehr Fläche bearbeitet als bei vielen kleineren Mährobotern. Das reduziert die Anzahl der Fahrwege und erhöht den Flächendurchsatz spürbar.
Geländegängigkeit: Was der Raupenantrieb wirklich kann
Der Lymow One Plus meistert Steigungen bis zu 45 Grad (100 % Steigung) und überwindet Hindernisse bis zu 7 cm Höhe. Der Raupenantrieb hievt den Roboter auf 45° steile Hänge hoch (100 % Steigung). Zudem sind Hindernisse wie Äste oder Trampolinbeine mit einer Höhe von bis zu 7 cm kein Problem für den Lymow One Plus.
Mit Abmessungen von 750 × 600 × 320 Millimetern und einem Gewicht von 35,2 Kilogramm bewegt sich der Lymow One Plus in einer eigenen Liga. Optisch erinnert der Lymow eher an ein Baustellenfahrzeug als an einen klassischen Gartenhelfer. Breite Raupenketten, ein vorgelagertes Mähdeck und der Kameraturm prägen das Erscheinungsbild. Der tiefe Schwerpunkt und die breite Kettenauflage verbessern die Geländegängigkeit.
Das vorgelagerte Mähwerk erreicht zudem Bereiche, an denen zentrale Messerteller vieler Konkurrenten scheitern. Chassis und Mähwerksaufhängung bestehen aus hochfestem Stahl beziehungsweise einem Rahmen aus A380-Aluminium-Druckguss.
Navigation: RTK, VSLAM und KI-Kamera im Verbund
Zur Navigation kombiniert der Lymow One Plus RTK-VSLAM-Technik mit Ultraschallsensoren. Das ermöglicht eine kabellose Einrichtung, eine große Flächenabdeckung und eine präzise Positionierung. Der Lymow One Plus kann eine Gesamtfläche von bis zu 60.000 m² kartieren und bis zu 80 Zonen verwalten.
Bei der Hinderniserkennung setzt der Lymow One Plus auf eine Kombination aus kamerabasierter KI-Erkennung und mehreren Ultraschallsensoren. Ergänzt wird das System durch weitere Sicherheitssensoren wie Lift- und Neigungssensoren, die den Betrieb bei ungewöhnlichen Situationen sofort unterbrechen.
Der LiFePO4-Akku des Lymow One Plus hat eine Kapazität von 528 Wh und ist für rund 2.000 Ladezyklen ausgelegt. Die Tagesleistung beträgt bis zu 7.000 m² (10A-Modell). Der LiFePO4-Akku mit 528 Wh lädt mit 405 W auf 80 % in rund 90 Minuten.
Wo der Lymow One Plus an Grenzen stößt
Kein Gerät ohne Schwächen - und der Lymow One Plus macht da keine Ausnahme. Schwächen zeigt der Lymow beim Kantenmähen. An Bäumen, Sträuchern oder Sperrzonen bleibt ein Streifen von 10 bis 20 Zentimetern stehen. An befahrbaren Rasenkantensteinen erzielt der Roboter dagegen ein nahezu sauberes Ergebnis, weil er die Steine mit einer Kette überrollen kann.
Im Normalmodus ist der Lymow One Plus vergleichsweise laut (62 dB(A)). Während der Antrieb kaum wahrnehmbar arbeitet, erzeugt das Mähwerk einen Geräuschpegel, der mit einem normalen Elektrorasenmäher vergleichbar ist. Wer einen leisen Komfortmäher für einen ebenen Standardrasen sucht, ist hier falsch. Wer hauptsächlich eine leise, unauffällige Komfortlösung für einen ebenen Standardrasen sucht, fährt mit günstigeren RTK-Modellen besser.
Bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius arbeitete zudem der Seitenauswurf nicht zuverlässig, weil die Gummiabdeckung dann zu starr ist. Im Turbomodus funktionierte er einwandfrei, in den anderen Modi sammelte sich gelegentlich Schnittgut. Auf das Mähergebnis wirkte sich das nicht aus - das Material wurde stattdessen unter dem Roboter verteilt.
Preis und Einordnung
Der Lymow One Plus kostet in Deutschland 2.999 Euro (5A-Variante) bzw. 3.199 Euro (10A-Variante). Die UVP des Lymow One Plus wurde nachträglich erhöht und beträgt in Deutschland 2.999 Euro für die Variante mit 5A-Ladegerät. Die Version mit 10 Ampere kostet laut Hersteller 3.199 Euro. Der niedrigste aktuelle Straßenpreis laut Geizhals.de liegt bei rund 2.999 Euro (Stand: 08/2026).[1]
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Abmessungen | 750 × 600 × 320 mm |
| Gewicht | 35,2 kg |
| Antrieb | Raupenantrieb (Kettenantrieb) |
| Max. Steigung | 45° / 100 % |
| Schneidwerk | LyCut 2.0, SK5-Werkzeugstahl, 40 cm Breite |
| Navigation | RTK + VSLAM + KI-Kamera + Ultraschall |
| Akku | LiFePO4, 528 Wh, ~2.000 Ladezyklen |
| Tagesleistung | bis zu 7.000 m² (10A-Modell) |
| Kartierbare Fläche | bis zu 60.000 m², 80 Zonen |
| Geräuschpegel | 62 dB(A) im Normalmodus |
| Preis (5A) | 2.999 Euro |
| Preis (10A) | 3.199 Euro |
Fazit: Für wen lohnt sich der Lymow One Plus?
Das LyCut-2.0-Schneidsystem ist klar auf Leistung und Effizienz ausgelegt. Der Lymow One Plus ist damit weniger ein klassischer, leiser Gartenhelfer, sondern ein leistungsstarkes Arbeitsgerät für große und anspruchsvolle Flächen. Die Kombination aus hoher Drehzahl, großer Schnittbreite und beweglichem Mähdeck sorgt für ein starkes Gesamtpaket - insbesondere dort, wo viele andere Mähroboter an ihre Grenzen kommen.
Das Facelift ist gelungen, weil es die richtigen Schwachstellen des Vorgängers adressiert: Ladekontakte, Kameraheizung, Bodenfreiheit. Das noch recht junge Unternehmen Lymow wurde 2022 gegründet und spezialisiert sich seitdem auf intelligente Gartenpflegeprodukte mit Schwerpunkt auf autonomen Mährobotern ohne Begrenzungskabel. Das Unternehmen betont seine Robotik-Expertise sowie den Anspruch auf zuverlässige, multifunktionale Lösungen für den weltweiten Markt. Ob dieser Anspruch im Dauerbetrieb eingelöst wird, bleibt die entscheidende Frage - denn genau hier hatte der Vorgänger Probleme.
Für Betreiber großer, hügeliger oder verwilderter Flächen ab rund 1.500 m² ist der Lymow One Plus 2026 eine der wenigen ernsthaften Optionen ohne Begrenzungskabel. Wer einen pflegeleichten Standardrasen hat und Ruhe beim Mähen schätzt, greift besser zu einem günstigeren RTK-Modell.
Was ist der Unterschied zwischen Lymow One und Lymow One Plus?
Der Lymow One Plus ist kein komplett neues Modell, sondern ein Facelift. Die wichtigsten Verbesserungen sind: nach oben verlegte Ladekontakte, beheizte Kameralinsen gegen Beschlag, rund 40 % mehr Bodenfreiheit, besser geschützte Raupenketten und das neue Schneidwerk LyCut 2.0 aus SK5-Werkzeugstahl.
Für welche Gartengröße ist der Lymow One Plus geeignet?
Der Lymow One Plus ist für Flächen bis zu 7.000 m² Tagesleistung ausgelegt (10A-Modell). Die Gesamtfläche kann bis zu 60.000 m² kartiert und in bis zu 80 Zonen aufgeteilt werden.
Braucht der Lymow One Plus ein Begrenzungskabel?
Nein. Die Navigation erfolgt kabellos über eine Kombination aus RTK, VSLAM, KI-Kamera und Ultraschallsensoren. Eine externe RTK-Antenne wird mitgeliefert und muss einmalig aufgestellt werden.
Wie laut ist der Lymow One Plus?
Im Normalmodus erreicht der Lymow One Plus rund 62 dB(A) — vergleichbar mit einem normalen Elektrorasenmäher. Wer einen leisen Mähroboter sucht, ist mit günstigeren RTK-Modellen besser bedient.
Was kostet der Lymow One Plus?
Die 5A-Variante kostet 2.999 Euro, die 10A-Variante 3.199 Euro (Stand: August 2026). Die UVP wurde gegenüber dem ursprünglichen Einführungspreis nachträglich erhöht.





