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Von der High-End-Lösung zur schnellen Anwendung: Wie 3D-Inspect die Inline-Qualitätskontrolle demokratisiert

Micro-Epsilon schließt mit seiner Software 3D-Inspect die Lücke zwischen leistungsstarker Sensortechnik und praxisnaher Produktionsüberwachung - ein Blick auf das Potenzial für die Fertigung.

Claudia Merz (KI)
Claudia Merz (KI)Ressortleiterin Logistik & Supply Chain
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Foto von ZMorph All-in-One 3D Printers auf Unsplash

Wer in der Produktion Qualität sichern will, kennt das Dilemma: Die Sensortechnik ist längst da, die Daten werden erfasst - aber die Auswertung bleibt eine Domäne von Spezialisten. Genau hier setzt Micro-Epsilon mit seiner Software 3D-Inspect an. Das Versprechen: High-End-Messtechnik, die nicht im Labor bleibt, sondern direkt an der Linie funktioniert.

Das Grundproblem: Sensoren allein reichen nicht

Wer heute in der Fertigung Oberflächen prüft, hat prinzipiell Zugang zu beeindruckender Technologie. Die surfaceCONTROL-Sensoren von Micro-Epsilon arbeiten nach dem Prinzip der Streifenlichtprojektion und erzeugen detaillierte 3D-Punktewolken, die Geometrie, Form und kleinste Oberflächendefekte erfassen. Doch was nützt eine Punktewolke, wenn das Produktionsteam nicht weiß, wie es damit umgehen soll?

Genau das ist der Knackpunkt, den viele Einkäufer und Produktionsplaner kennen: Man investiert in Hardware, unterschätzt aber den Aufwand für die Softwareintegration. Das Ergebnis sind teure Systeme, die ihr Potenzial nur zu einem Bruchteil ausschöpfen.

lightbulb Tip

Für Produktionsplaner gilt: Die Entscheidung für ein Messsystem sollte immer die Softwareseite einschließen. Wie schnell lässt sich ein neues Prüfprogramm einrichten? Wie intuitiv ist die Bedienung für Nicht-Spezialisten? Diese Fragen sind oft entscheidender als die reine Sensorperformance.

Was 3D-Inspect konkret leistet

3D-Inspect ist ein einheitliches und bedienerfreundliches Softwaretool für alle 3D-Sensoren von Micro-Epsilon. Das klingt zunächst nach Marketing, hat aber einen handfesten operativen Vorteil: Wer mehrere Sensortypen im Einsatz hat, arbeitet mit einer einzigen Softwareoberfläche. Das reduziert Schulungsaufwand und vereinfacht die Systemwartung erheblich.

Die Parametrierung der Sensoren und die Aufnahme der Messdaten erfolgen direkt aus der Software heraus. Leistungsstarke Werkzeuge erlauben die Ausrichtung und Filterung der Punktewolke sowie die intuitive Erkennung relevanter Bereiche. Die erfassten 3D-Punktewolken können anschließend beliebig weiterverarbeitet und die ermittelten Messwerte direkt an die Steuerung ausgegeben werden.

Besonders relevant für die Praxis ist die Funktionserweiterung zur Oberflächeninspektion: Mit 3D-Inspect 3.1 lassen sich Abweichungen von einer homogenen Fläche erkennen, die Prüfung erfolgt nach vorgegebenen Kriterien, wodurch subjektive Einflüsse entfallen und eine frühzeitige Fehlererkennung möglich wird.

Das ist kein triviales Feature. Wer bisher auf visuelle Stichprobenprüfung durch Mitarbeiter gesetzt hat, weiß, wie stark das Ergebnis von Tagesform, Erfahrung und Ermüdung abhängt. Automatisierte, kriterienbasierte Prüfung schafft hier Reproduzierbarkeit.

a factory filled with lots of machines and boxesPhoto: Hyundai Motor Group / Unsplash

Der "Digitale Master": Soll-Ist-Vergleich ohne Expertenwissen

Ein konkretes Beispiel für den Ansatz "schnelle Anwendung": das Konzept des Digitalen Masters. Dabei werden mehrere einwandfreie IO-Teile zu einer Masterdatei zusammengeführt. Anschließend lassen sich zu prüfende Bauteile automatisch mit dieser Referenz vergleichen und analysieren. Die Software erkennt Defekte, bewertet Höhenabweichungen und kann sortieren und zählen.

Das bedeutet in der Praxis: Ein Produktionsplaner kann ein neues Prüfprogramm anlegen, ohne tief in die Messtechnik einsteigen zu müssen. Das Anlernen des Systems übernimmt die Software, nicht der Spezialist.

Hinzu kommt die sogenannte Valid3D-Technologie, die eine verlustfreie Darstellung und Verarbeitung der Punktewolken ermöglicht. Gescannte 3D-Objekte lassen sich damit beliebig im Koordinatensystem bewegen - ein Vorteil, wenn Bauteile in unterschiedlichen Lagen geprüft werden müssen.

Anwendungsfall Elektronikfertigung: Wo jeder Mikrometer zählt

Ein besonders anschauliches Einsatzgebiet sind Leiterplatten. Die surfaceCONTROL-Sensoren werden in der Elektronikfertigung eingesetzt, um die Qualität von Leiterbahnen, Lötstellen und Oberflächenbeschichtungen zu prüfen. Fehler wie Kurzschlüsse, Unterbrechungen oder fehlerhafte Lötverbindungen lassen sich so zuverlässig erkennen.

Für die Überprüfung sehr kleiner Strukturen auf bestückten Elektronik-Baugruppen kommt der SC35x0-30 zum Einsatz, mit dem sich beispielsweise die richtige Platzierung kleinster SMD-Bauteile auf der Leiterplatte kontrollieren lässt. Dabei ist neben der Höhenmessung in z-Richtung auch die horizontale Genauigkeit entscheidend - eine Anforderung, die optische 3D-Systeme deutlich besser erfüllen als klassische taktile Verfahren.

Das ist kein Nischenthema. Wer Elektronikkomponenten einkauft oder in der Lieferkette auf Zulieferer angewiesen ist, die Leiterplatten fertigen, sollte wissen, welche Prüfverfahren dort eingesetzt werden. Inline-3D-Inspektion ist längst kein Luxus mehr, sondern Voraussetzung für stabile Qualität bei hohen Stückzahlen.

Der Branchentrend: Weg von der Stichprobe, hin zur 100-Prozent-Kontrolle

Was Micro-Epsilon mit 3D-Inspect adressiert, trifft einen breiteren Nerv. Der Trend in der produktionsnahen Qualitätskontrolle geht weg von der stichprobenartigen Werkstücküberprüfung hin zu einer 100-Prozent-Kontrolle durch vollautomatisierte Messplätze.

Inline- und Atline-Messsysteme ermöglichen eine neue Art der Prozessüberwachung - automatisiert, präzise und in Echtzeit. Qualitätsabweichungen werden unmittelbar erkannt und Fehler können direkt im Produktionsprozess korrigiert werden. Das reduziert Ausschuss, spart Kosten und sichert eine durchgängig hohe Produktqualität - auch bei variantenreicher Fertigung oder hohen Taktzahlen.

Für deutsche Fertigungsunternehmen ist das kein abstraktes Zukunftsszenario. Der demografische Wandel verstärkt den Druck: Fachkräfte für manuelle Qualitätsprüfung werden knapper, während die Anforderungen an Präzision und Dokumentation steigen. Automatisierte Systeme, die ohne tiefes Messtechnik-Knowhow bedienbar sind, werden damit zum strategischen Vorteil.

Treiber der automatisierten Inline-Qualitätskontrolle in der Fertigung

Was das für Einkäufer und Produktionsplaner bedeutet

Aus Beschaffungsperspektive lohnt es sich, die Frage nach der Software-Usability genauso ernst zu nehmen wie die Sensorspezifikationen. Einige Leitfragen für die Praxis:

  • Wie schnell lässt sich ein neues Prüfprogramm einrichten? Systeme wie 3D-Inspect mit Digital-Master-Konzept reduzieren den Einrichtungsaufwand erheblich.
  • Wie gut lässt sich das System in bestehende Steuerungen integrieren? Die Ausgabe von Messwerten direkt an die Steuerung ist ein entscheidender Faktor für echte Inline-Fähigkeit.
  • Wie skalierbar ist die Lösung? Ein einheitliches Softwaretool für verschiedene Sensortypen vereinfacht den Ausbau des Prüfsystems, wenn neue Bauteile oder Linien hinzukommen.
  • Welche Branchen nutzen das System bereits? Referenzen aus der Elektronikfertigung, dem Automotive-Bereich oder der Metallverarbeitung geben Aufschluss über die Praxistauglichkeit.

Der Ansatz von Micro-Epsilon - leistungsstarke Sensortechnik mit einer Software zu verbinden, die auch ohne Messtechnik-Studium bedienbar ist - zeigt, wohin die Reise geht. High-End muss nicht kompliziert sein. Und schnelle Anwendung muss nicht auf Kosten der Präzision gehen.

help_outlineFür welche Branchen eignet sich 3D-Inspect von Micro-Epsilon?expand_more

Die Software ist für alle Branchen geeignet, in denen 3D-Oberflächeninspektion und Geometrieprüfung relevant sind – darunter Elektronikfertigung, Automotive, Metallverarbeitung und Kunststofftechnik. Besonders stark ist das System bei der Inline-Prüfung kleiner bis mittelgroßer Bauteile.

help_outlineWas ist der Unterschied zwischen Inline- und Offline-Qualitätskontrolle?expand_more

Bei der Inline-Kontrolle wird direkt im laufenden Produktionsprozess geprüft – ohne Unterbrechung des Materialflusses. Offline-Prüfung findet außerhalb der Linie statt, oft stichprobenartig. Inline-Systeme ermöglichen eine 100-Prozent-Kontrolle und sofortige Fehlerkorrektur.

help_outlineWas ist ein Digitaler Master in der Qualitätsprüfung?expand_more

Ein Digitaler Master ist eine Referenzdatei, die aus mehreren einwandfreien Gutteilen erstellt wird. Neue Bauteile werden automatisch mit dieser Referenz verglichen. Abweichungen werden erkannt, bewertet und dokumentiert – ohne dass ein Messtechnik-Spezialist jeden Prüfvorgang begleiten muss.

help_outlineWie lässt sich 3D-Inspect in bestehende Produktionssysteme integrieren?expand_more

Micro-Epsilon bietet Schnittstellen und Tools für die Einbindung der 3D-Sensoren in bestehende Systeme zur Prozessautomatisierung und Qualitätskontrolle. Messwerte können direkt an die Steuerung ausgegeben werden, was eine echte Inline-Fähigkeit ermöglicht.

Claudia Merz (KI)

Claudia Merz (KI)

Ressortleiterin Logistik & Supply Chain

Betriebswirtin mit Spezialisierung auf Supply Chain Management und langjähriger Erfahrung in der Logistikbranche. Berichtet über Lieferketten, Beschaffung, Lagerhaltung und Transportlogistik.