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Mova Z70 Ultra Roller im Test: Was steckt hinter dem Kamm-Mechanismus?

Der Mova Z70 Ultra Roller setzt auf eine selbstauflockernde Wischwalze und geräuschlose Fahrmotoren. Was die Technik im Alltag taugt - und was sie über den Reifegrad des Segments verrät.

Katrin Schreiber (KI)
Katrin Schreiber (KI)Ressortleiterin Automatisierung & Digitalisierung
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Foto von Mike Hindle auf Unsplash

Ein Saugroboter, der einen erschreckt. Nicht weil er laut ist - sondern weil er lautlos heranrollt und plötzlich hinter einem steht. Genau das passierte den Testern von heise bestenlisten beim Mova Z70 Ultra Roller mehrfach. Die Fahrmotoren des Z70 arbeiten praktisch geräuschlos - eine Laufruhe, die bislang nur von Dreame-Topmodellen bekannt war. Das ist kein Marketingversprechen, sondern ein messbarer Unterschied im Alltag.

Aber Stille allein rechtfertigt keinen Preis im vierstelligen Bereich. Die eigentliche Frage lautet: Was leistet der Z70 technisch, und was sagt das über den aktuellen Entwicklungsstand des gesamten Wischwalzen-Segments?

Der Kamm-Mechanismus: Clevere Lösung für ein altes Problem

Das Kernproblem jedes Wischroboters ist banal, aber hartnäckig: Eine Wischwalze, die sich mit Schmutz zusetzt und deren Fasern sich anlegen oder verfilzen, verliert Bodenkontakt - und damit Reinigungsleistung. Wer schon einmal beobachtet hat, wie ein Wischroboter nach zehn Minuten eher Schmutz verteilt als aufnimmt, kennt das Phänomen.

Mova adressiert das mit einem mechanischen Eingriff während des Betriebs. Der Kamm-Mechanismus des Z70 ist als zusätzliche kleine Kunststoffwalze umgesetzt, die direkt an der Wischwalze sitzt und mit länglichen Riffelungen das Flor während der Fahrt auflockert. Laut Hersteller hebt diese Auflockerung die Fasern mit 800 Umdrehungen pro Minute an - kontinuierlich, nicht nur in der Ladestation.

Das klingt nach einem technischen Detail. Es ist aber konzeptionell bedeutsam: Statt das Problem nachträglich in der Station zu beheben, wird es während der Reinigung selbst verhindert. Wenn sich Fasern im Mopp mit der Zeit anlegen, verkleben oder verfilzen, nimmt der direkte Kontakt zum Boden ab - und damit die Reinigungsleistung. Der Kamm-Mechanismus soll genau diesen Effekt reduzieren.

lightbulb Tip

Der Kamm-Mechanismus ist kein Alleinstellungsmerkmal im Vakuum: Er ergänzt die kontinuierliche Frischwasserzufuhr während der Reinigung. Schmutzwasser wird dabei von einem Schaber abgestreift und separat gesammelt – das Prinzip ähnelt einem industriellen Wischsystem im Miniaturformat.

Technische Eckdaten: Was das Datenblatt hergibt

Technisch setzt Mova auf eine Wischwalze mit 36.000 Pa Saugkraft, einem Anpressdruck von 5.000 Pa (rund 1,8 kg) und zwölf Düsen, die die gesamte Walzenbreite von 270 mm befeuchten.

Mova Z70 Ultra Roller – Technische Eckdaten
MerkmalWert
Saugkraft36.000 Pa
Wischwalzen-Breite270 mm
Anpressdruck5.000 Pa (ca. 1,8 kg)
Befeuchtungsdüsen12 Stück
Faser-Auflockerung800 U/min (Kamm-Mechanismus)
Walzenreinigung (Station)bis 100 °C Heißwasser + UV-Desinfektion
Akku6.400 mAh
NavigationLaserturm + Frontsensorik
Preis (UVP)ca. 1.200 Euro

Die Station verdient einen eigenen Blick: Die überarbeitete Basisstation reinigt die Walze mit 100 Grad heißem Wasser plus UV-Licht und ist wahlweise in Metall- oder Naturstein-Optik erhältlich. Dabei gilt es, einen Hinweis aus dem PC-Welt-Test ernst zu nehmen: Die Angabe "100 Grad" sollte nicht mit dauerhaft kochendem Wasser direkt an der Wischwalze gleichgesetzt werden. Marketingsprache und Physik sind nicht immer deckungsgleich.

Das zweigeteilte Reinigungsmittelfach - Kammer A für Bodenreiniger, Kammer B für Spezialzusätze wie Tiergeruch-Entferner - ist durchdacht, bindet den Nutzer aber an das Mova-eigene Sortiment. Fremde Reinigungsmittel oder Desinfektionslösungen sind laut Hersteller ausdrücklich untersagt.

Wo der Z70 schwächelt

Kein Gerät in dieser Preisklasse ist ohne Kompromisse. Die Objekterkennung des Z70 arbeitet nach Berichten mehrerer Tester inkonsistent: Flache Gegenstände wie Kabel werden teils übersehen. Das ist kein Mova-spezifisches Problem - es zieht sich durch das gesamte Segment -, aber bei einem Gerät für über 1.000 Euro darf man mehr erwarten.

Matter-Unterstützung bietet der Z70 aktuell nicht. Er lässt sich über die MOVAhome App, den integrierten Sprachassistenten "Hey, MOVA" sowie über Google Assistant und Amazon Alexa steuern. Wer eine herstellerübergreifende Smart-Home-Integration plant, muss das einkalkulieren.

Einordnung: Was der Z70 über das Segment verrät

Der Mova Z70 Ultra Roller ist kein isoliertes Produkt - er ist ein Symptom einer Marktbewegung. Die Wischwalze als Technologie setzt sich im Premium-Segment durch, weil sie ein strukturelles Problem rotierender Wischpads löst: Eine Wischwalze nimmt Schmutz wirklich auf, statt ihn nur zu verteilen - besonders bei hartnäckigen Verschmutzungen.

Das hat auch die Konkurrenz registriert. Auf der IFA 2025 zeigte Roborock erstmals einen Prototyp mit Wischwalze - ein Hersteller, der bislang konsequent auf rotierende Mopps gesetzt hatte. Dreame hat mit dem Aqua 10 Roller bereits ein direktes Konkurrenzmodell im Markt. Der Wettbewerb um die beste Walzentechnik ist in vollem Gange.

white and black devicePhoto: Kowon vn / Unsplash

Für den Nutzer bedeutet das: Der Mova Z70 Ultra Roller Complete landet in aktuellen Vergleichstests auf Platz 3 der besten Saugroboter 2026 und überzeugt vor allem mit seiner konsequenten Wischleistung dank Frischwasser-Zirkulation. Das ist eine solide Platzierung - aber kein uneingeschränkter Sieg. Dreame und Roborock liefern in anderen Disziplinen (Navigation, Hinderniserkennung, Smart-Home-Integration) teils stärkere Argumente.

Fazit: Technisch überzeugend, preislich anspruchsvoll

Der Kamm-Mechanismus des Z70 ist keine Marketingerfindung. Er löst ein reales Problem auf elegante Weise - und das während des Betriebs, nicht erst in der Station. Die geräuschlosen Fahrmotoren, die breite Walze und die durchdachte Basisstation runden ein technisch kohärentes Paket ab.

Wer bereit ist, rund 1.200 Euro für einen Saugroboter auszugeben, bekommt mit dem Z70 ein Gerät, das seinen Preis im Alltag rechtfertigt - vorausgesetzt, man lebt nicht in einem Smart-Home-Ökosystem, das Matter voraussetzt, und hat keine Kabelwüsten auf dem Boden.

Die eigentliche Botschaft des Z70 ist aber eine andere: Das Wischwalzen-Segment ist erwachsen geworden. Die Technik ist ausgereift genug, um ernsthaft mit klassischen Wischrobotern zu konkurrieren. Wer jetzt noch auf rotierende Pads setzt, sollte sich fragen, ob das eine bewusste Entscheidung ist - oder schlicht Gewohnheit.

help_outlineWas ist der Kamm-Mechanismus beim Mova Z70 Ultra Roller?expand_more

Eine kleine Kunststoffwalze sitzt direkt an der Wischwalze und lockert deren Fasern mit bis zu 800 Umdrehungen pro Minute während der Fahrt auf. So soll die Walze aufnahmefähiger bleiben und die Reinigungsleistung über den gesamten Reinigungslauf konstant hoch bleiben – statt nur in den ersten Minuten.

help_outlineWie reinigt die Basisstation die Wischwalze?expand_more

Die Station wäscht die Walze mit bis zu 100 Grad heißem Wasser und desinfiziert sie zusätzlich mit UV-Licht. Schmutzwasser und Frischwasser werden dabei getrennt gehalten. Wichtig: Die 100-Grad-Angabe bezieht sich auf die maximale Wassertemperatur, nicht auf einen dauerhaften Kochvorgang direkt an der Walze.

help_outlineUnterstützt der Mova Z70 Ultra Roller Matter?expand_more

Nein, aktuell nicht. Der Roboter lässt sich über die MOVAhome App, den Sprachassistenten 'Hey, MOVA' sowie über Google Assistant und Amazon Alexa steuern. Matter-Integration fehlt bislang.

help_outlineWie schlägt sich der Z70 im Vergleich zur Konkurrenz?expand_more

In aktuellen Vergleichstests landet der Z70 Ultra Roller Complete auf Platz 3 der besten Saugroboter 2026. Stärken liegen bei der Wischleistung und der Laufruhe. Schwächen zeigen sich bei der Objekterkennung und der fehlenden Matter-Unterstützung.

help_outlineFür wen lohnt sich der Mova Z70 Ultra Roller?expand_more

Für Nutzer, die auf großen Hartbodenflächen eine konstant hohe Wischleistung benötigen, bereit sind rund 1.200 Euro zu investieren, und kein herstellerübergreifendes Smart-Home-System (Matter) betreiben. Für Teppich-lastige Haushalte oder Nutzer mit vielen Kabeln auf dem Boden gibt es geeignetere Alternativen.

Katrin Schreiber (KI)

Katrin Schreiber (KI)

Ressortleiterin Automatisierung & Digitalisierung

Wirtschaftsinformatikerin mit Schwerpunkt Industrie-4.0-Transformationen. Berichtet über Automatisierung, Robotik, KI in der Industrie, IoT und digitale Transformation.