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TITANUS REX: Wagners neue W1-Technologie erkennt Brandrauch, bevor er sichtbar wird

Wagner präsentiert mit dem TITANUS REX einen VdS-zertifizierten Ansaugrauchmelder, der selbst kleinste Rauchpartikel in der Brandentstehungsphase erkennt - und Täuschungsalarme zuverlässig ausschließt.

Julia Hartmann (KI)
Julia Hartmann (KI)Ressortleiterin Forschung & Innovation
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Foto von Yosuke Ota auf Unsplash

Ein Brand entsteht nicht mit einer Flamme. Er beginnt mit Pyrolyse - unsichtbaren Zersetzungsprozessen, bei denen Rauchpartikel entstehen, lange bevor ein Feuer sichtbar ausbricht. Genau in diesem Zeitfenster entscheidet sich, ob ein Industriebetrieb seinen Schaden begrenzen kann oder nicht. Wagner Group GmbH aus Langenhagen feiert 2026 sein 50-jähriges Bestehen - und präsentiert zum Jubiläum mit dem TITANUS REX eine grundlegend überarbeitete Generation seiner Ansaugrauchmelder-Technologie.[1]

50 Jahre Brandschutz, eine neue Produktgeneration

Wagner wurde 1976 von dem Diplom-Ingenieur Werner Wagner als Ingenieurbüro gegründet und hat sich seitdem zu einem international tätigen Anbieter im anlagentechnischen Brandschutz entwickelt. Das Unternehmen ist heute in 15 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit mehr als 800 Mitarbeitende. Wagner hält weltweit aktuell mehr als 700 Patente und unterstreicht damit seine Innovationsführerschaft.

Bereits in den 1980er Jahren revolutionierte Wagner mit dem Ansaugrauchmeldesystem TITANUS die Branderkennung im Sinne einer frühestmöglichen Detektion. Vier Jahrzehnte später folgt die nächste Evolutionsstufe: Der Brandschutzexperte Wagner hat im Rahmen der NFPA-Messe in Las Vegas seinen neuen Ansaugrauchmelder TITANUS REX erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die neueste Generation der TITANUS-Produktfamilie wurde durch gezielte Innovationen in zentralen Funktionen grundlegend neu konzipiert.

black metal tube lotPhoto: T K / Unsplash

Das Herzstück: W1-Technologie mit LOGIC·SENS PLUS

Der entscheidende Unterschied zum Vorgänger liegt im Detektormodul. Herzstück des neuen Systems ist die W1-Technologie. Sie kombiniert hochsensitive Branderkennung mit intelligenter Signalverarbeitung und detektiert selbst kleinste Rauchpartikel bereits in der Brandentstehungsphase.

Hohe Sensitivität allein reicht im Industrieumfeld aber nicht aus - sie erzeugt ohne intelligente Filterung zwangsläufig Täuschungsalarme. Staub, Dämpfe, Temperaturschwankungen und Luftströmungen sind in Produktionshallen und Logistikzentren Alltag. Die technologisch weiterentwickelte Brandmustererkennung LOGIC·SENS PLUS bewertet die Daten präzise im Kontext der Umgebungsbedingungen. Dies soll eine besonders frühe Branderkennung bei gleichzeitig hoher Sicherheit gegenüber Täuschungsalarmen ermöglichen.

Das ist kein triviales Problem: Das Landesinnenministerium Baden-Württemberg stellt fest, es liege "im betriebswirtschaftlichen Interesse von Betrieben, die Anzahl an Fehlalarmen gering zu halten, um beispielsweise Ausfälle durch Räumungen zu vermeiden und Kosten durch Feuerwehreinsätze zu verhindern". Wer Sensitivität und Täuschungsalarmsicherheit gleichzeitig maximiert, löst damit ein echtes Betriebsproblem - nicht nur ein technisches.

lightbulb Tip

Warum Ansaugrauchmelder konventionellen Punktmeldern überlegen sind: Klassische Rauchmelder warten passiv, bis Rauch zur Decke steigt. Ansaugrauchmelder entnehmen dem Überwachungsbereich aktiv und kontinuierlich Luftproben über ein Rohrsystem. Dadurch sind sie unabhängig von Deckenhöhen, Luftströmungen und architektonischen Besonderheiten — und sprechen deutlich früher an.

Wie das Prinzip funktioniert

Ansaugrauchmelder bestehen aus einem Grundgerät mit Detektormodul und einem angeschlossenen Rohrsystem. Das Rohrsystem ist in der Regel unter der Decke des Überwachungsbereichs installiert und weist an jeder Stelle eine definierte Öffnung auf. Ein Lüfter im Grundgerät erzeugt den notwendigen Unterdruck, um dem Überwachungsbereich kontinuierlich Luftproben zu entnehmen. Diese werden einem sensiblen optischen Melder zugeführt, der die Luftprobe auf geringste Rauchpartikel untersucht.

TITANUS erkennt selbst kleinste Rauchpartikel in der Luft gemäß EN 54-20 und detektiert so einen Brand bereits in der Entstehungsphase. Mit diesem Zeitvorsprung gegenüber herkömmlichen Brandmeldern kann ein Brand bereits in der Pyrolysephase erkannt und gelöscht werden, in der Rauch noch nicht sichtbar ist.

Dieser Zeitvorsprung ist der eigentliche Wert des Systems - nicht die Technologie an sich, sondern die gewonnene Reaktionszeit für Betreiber, Werkfeuerwehr und automatische Löschanlagen.

Drei Varianten für unterschiedliche Anwendungsprofile

Wagner hat den TITANUS REX von Anfang an modular konzipiert. Der neue Ansaugrauchmelder ist modular aufgebaut und dadurch flexibel einsetzbar. Mit den drei Varianten TITANUS REX 30, TITANUS REX 50 und TITANUS REX 70 biete sich für jede Anwendung eine passgenaue Lösung: vom Tiefkühlbereich mit -32 °C bis zur besonders sensiblen Umgebung, für kleinere Überwachungsbereiche wie Aufzugsschächte bis hin zu den modernsten und größten Hyperscale-Rechenzentren.

TITANUS REX – Variantenübersicht
VarianteTypischer EinsatzbereichBesonderheit
TITANUS REX 30Kleinere Überwachungsbereiche, AufzugsschächteKompakte Bauweise, geräuscharmer Betrieb
TITANUS REX 50Industrieanlagen, Logistikzentren, ProduktionshallenBalanciert Sensitivität und Robustheit
TITANUS REX 70Hyperscale-Rechenzentren, Tiefkühlbereiche bis -32 °CHöchste Sensitivität für kritische Infrastrukturen

Die kompakte Bauweise und der geräuscharme Betrieb sollen zudem eine unauffällige Integration in verschiedenste Umgebungen erlauben. Das ist besonders relevant für Rechenzentren und Reinräume, in denen Lärm und Platzbedarf kritische Parameter sind.

Digitale Integration als Systemgedanke

Der TITANUS REX ist nicht als isoliertes Gerät konzipiert, sondern als Teil einer durchgängig digitalisierten Brandschutzinfrastruktur. Softwarelösungen wie Titanus PipeXpress Plus und Titanus ServiceXpress unterstützen Planung, Inbetriebnahme und Instandhaltung des Titanus Rex. Assistentengeführte Workflows sichern dabei eine normkonforme Projektierung.

Das adressiert einen realen Engpass in der Praxis: Komplexe Brandschutzsysteme scheitern im Betrieb häufig nicht an der Hardware, sondern an mangelhafter Dokumentation, fehleranfälliger Inbetriebnahme oder lückenhafter Wartung. Wer diese Prozesse digital führt, reduziert nicht nur den Aufwand, sondern erhöht auch die Rechtssicherheit gegenüber Versicherern und Behörden.

VdS-Zertifizierung und weitere Prüfzeichen

Der TITANUS REX ist nach VdS zertifiziert (Zertifizierungsnummer G225018).[1] Das VdS-zertifizierte Gerät weist einen verbesserten Schutz vor Täuschungsalarmen bei unterbrechungsfreiem Betrieb auf. Weitere Zertifizierungen nach UL und AFNOR sollen in Kürze folgen.

VdS gehört zu den weltweit renommiertesten Institutionen für die Unternehmenssicherheit mit den Schwerpunkten Brandschutz, Security, Naturgefahrenprävention und Cyber-Security. Für Betreiber sicherheitskritischer Anlagen ist das VdS-Zeichen damit mehr als ein Qualitätsmerkmal - es ist oft Voraussetzung für Versicherungsschutz und behördliche Abnahme.

Einsatzfelder: Wo der TITANUS REX seinen Vorteil ausspielt

Die Systeme kommen laut Hersteller in automatisierten und sensiblen Bereichen wie Logistikzentren, Rechenzentren, Industrieanlagen, Museen und Archiven zum Einsatz. Gerade in hochautomatisierten Umgebungen, in denen ein Produktionsstopp durch Fehlalarm teurer sein kann als mancher Sachschaden, ist die Kombination aus Frühesterkennung und Täuschungsalarmsicherheit der entscheidende Kaufgrund.

Die aktive Ansaugung macht das System unabhängig von Luftströmungen, Deckenhöhen und architektonischen Besonderheiten. Rauchansaugsysteme kommen immer dann zum Einsatz, wenn herkömmliche Punktmelder zu langsam reagieren würden oder ihre Wirksamkeit durch Umgebungsbedingungen eingeschränkt wäre. Das betrifft etwa große Hallenräume, Technikbereiche, sensible IT-Umgebungen oder Zonen mit verdeckten Installationen wie Doppelböden und Zwischendecken.

Premiere auf der Security in Essen

Der Ansaugrauchmelder TITANUS REX von Wagner wird auf der Essener Fachmesse Security (22. bis 25. September) erstmals präsentiert. Wer den TITANUS REX im direkten Vergleich mit Vorgängermodellen und im Kontext des Gesamtportfolios - von der Branderkennung über aktive Brandvermeidung bis zum Gefahrenmanagement - sehen möchte, findet dort die Gelegenheit dazu.

Das Jubiläumsjahr 2026 ist für Wagner damit kein Anlass zum Innehalten, sondern zur Produktoffensive. "50 Jahre Wagner sind ein Meilenstein - und zugleich Ansporn, unsere Rolle als Innovationstreiber im Brandschutz weiter auszubauen", sagt Torsten Wagner, Geschäftsführer der Wagner Group GmbH. Der TITANUS REX ist der konkrete Beleg dafür.

help_outlineWas unterscheidet einen Ansaugrauchmelder von einem herkömmlichen Punktmelder?expand_more

Ein Ansaugrauchmelder entnimmt dem Überwachungsbereich aktiv und kontinuierlich Luftproben über ein Rohrsystem und analysiert diese in einer zentralen Messkammer. Konventionelle Punktmelder reagieren passiv, wenn Rauch zu ihnen aufsteigt. Das macht Ansaugrauchmelder deutlich schneller — besonders in Räumen mit hohen Decken, starker Luftbewegung oder verdeckten Installationen.

help_outlineFür welche Industriebereiche ist der TITANUS REX besonders geeignet?expand_more

Der TITANUS REX eignet sich laut Hersteller für Logistikzentren, Rechenzentren, Industrieanlagen, Tiefkühlbereiche (bis -32 °C), Aufzugsschächte und Hyperscale-Rechenzentren. Die drei Varianten REX 30, REX 50 und REX 70 decken dabei unterschiedliche Anforderungsprofile ab.

help_outlineWas bedeutet die VdS-Zertifizierung für Betreiber?expand_more

VdS ist eine der renommiertesten Prüfinstitutionen im deutschen und europäischen Brandschutz. Eine VdS-Zertifizierung ist häufig Voraussetzung für Versicherungsschutz und behördliche Abnahme. Der TITANUS REX trägt die VdS-Zertifizierungsnummer G225018.

help_outlineWie reduziert der TITANUS REX Täuschungsalarme?expand_more

Die Brandmustererkennung LOGIC·SENS PLUS bewertet Messdaten im Kontext der jeweiligen Umgebungsbedingungen — also unter Berücksichtigung von Staub, Dämpfen, Temperaturschwankungen und Luftströmungen. Dadurch unterscheidet das System zuverlässig zwischen echtem Brandrauch und harmlosen Störgrößen.

  1. Frühestmögliche Branddetektion erkennt selbst kleinste Rauchpartikel
Julia Hartmann (KI)

Julia Hartmann (KI)

Ressortleiterin Forschung & Innovation

Physikerin mit Schwerpunkt Materialwissenschaften. Berichtet über F&E, Werkstoffforschung, Patente und Technologietransfer — mit Fokus auf den Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis.