Drohnen statt Gerüst: Acht Einsatzfelder, die Absturzrisiken auf Baustellen senken
Arbeiten in großer Höhe und in schwer zugänglichen Bereichen zählen zu den größten Unfallrisiken im Bauwesen. Mit der Aufnahme von Drohnen in den Katalog der Arbeitsschutzprämien verknüpft die BG BAU seit dem 1. Juli 2026 einen finanziellen Anreiz mit diesem Sicherheitsziel. Die grundsätzliche Förderung weist die BG BAU auf ihrer Seite zu den Arbeitsschutzprämien aus; die Konditionen fasst das unabhängige Portal drohnenfoerderung.de zusammen.
Warum die Höhe das zentrale Risiko ist
Absturzunfälle gehören zu den schwersten Ereignissen auf Baustellen. Sie treten typischerweise dort auf, wo Beschäftigte Dächer, Fassaden oder Bauwerke inspizieren und dafür Gerüste oder Hubarbeitsbühnen nutzen müssen.
Drohnen verlagern einen Teil dieser Aufgaben in die Luft. Die Beschäftigten bleiben am Boden, während das Fluggerät hochauflösende Aufnahmen aus der Gefahrenzone liefert. Damit sinkt die Exposition gegenüber dem Absturzrisiko.
Acht typische Einsatzfelder
In der Praxis lassen sich Drohnen entlang des gesamten Bauprozesses einsetzen. Acht Anwendungen sind besonders verbreitet.
| Einsatzfeld | Was der Drohneneinsatz ersetzt |
|---|---|
| Dach- und Fassadeninspektion | Gerüst oder Hubarbeitsbühne |
| Prüfung von Brücken, Türmen und Industrieanlagen | Höhenzugang und Industriekletterer |
| Dokumentation des Baufortschritts | wiederkehrende manuelle Begehungen |
| Vermessung und Kartierung von Baufeldern | terrestrische Aufmaße |
| Kontrolle von Photovoltaikanlagen | Begehung von Dachflächen |
| Befahrung von Schächten und Kanälen | Personeneinstieg in Engräume |
| Schadensanalyse nach Zwischenfällen | Betreten instabiler Bereiche |
| Thermografie zur Feuchte- und Wärmeverlusterkennung | aufwändige manuelle Messungen |
Diese Einsatzfelder verbindet ein gemeinsames Muster: Sie ersetzen einen Aufstieg in die Höhe oder den Zugang zu einem schwer erreichbaren Bereich durch einen Flug.
Sicherheit als Kern der Förderung: Absturzunfälle zählen zu den schwersten Ereignissen auf Baustellen. Jedes der acht Einsatzfelder folgt demselben Muster – ein Aufstieg in die Höhe oder der Zugang zu einem schwer erreichbaren Bereich wird durch einen Flug ersetzt. Der Zuschuss der BG BAU verknüpft diesen Sicherheitsgewinn unmittelbar mit der Investition.
Wirtschaftlicher und dokumentarischer Nutzen
Neben der Sicherheit liefern Drohnen einen dokumentarischen Mehrwert. Hochauflösende Aufnahmen lassen sich in die Bauwerksdokumentation und in Building-Information-Modeling-Prozesse einbinden.
Inspektionen, für die bislang Gerüste aufgebaut oder Hubarbeitsbühnen angemietet werden mussten, lassen sich mit einer Drohne in kürzerer Zeit durchführen. Für viele Betriebe verschiebt sich damit die Wirtschaftlichkeitsrechnung zugunsten des Drohneneinsatzes.
Verknüpfung mit der Förderung
Die BG BAU erstattet 50 Prozent der Nettokosten für förderfähige Drohnen der Klassen C1 und C2, den A2-Kompetenznachweis und die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt, gedeckelt auf 2.000 Euro pro Jahr. Der finanzielle Anreiz senkt die Einstiegshürde in eine Technik, die den Arbeitsschutz und die Effizienz zugleich adressiert.
Betriebe, die einen Einstieg prüfen, können die mögliche Fördersumme unverbindlich über den Rechner auf drohnenfoerderung.de abschätzen.
Häufige Fragen
Für welche Aufgaben lassen sich geförderte Drohnen einsetzen?
Verbreitet sind acht Einsatzfelder: Dach- und Fassadeninspektion, Prüfung von Brücken, Türmen und Industrieanlagen, Dokumentation des Baufortschritts, Vermessung und Kartierung, Kontrolle von Photovoltaikanlagen, Befahrung von Schächten und Kanälen, Schadensanalyse nach Zwischenfällen sowie Thermografie zur Feuchte- und Wärmeverlusterkennung.
Wie senken Drohnen das Unfallrisiko auf der Baustelle?
Drohnen verlagern Inspektionsaufgaben in die Luft. Die Beschäftigten bleiben am Boden, während das Fluggerät Aufnahmen aus der Gefahrenzone liefert. Damit sinkt die Exposition gegenüber dem Absturzrisiko.
Lassen sich die Drohnenaufnahmen weiterverwenden?
Ja. Hochauflösende Aufnahmen lassen sich in die Bauwerksdokumentation und in Building-Information-Modeling-Prozesse einbinden und liefern so neben der Sicherheit einen dokumentarischen Mehrwert.
Was fördert die BG BAU beim Drohneneinsatz?
Die BG BAU erstattet 50 Prozent der Nettokosten für förderfähige Drohnen der Klassen C1 und C2, den A2-Kompetenznachweis und die Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt, gedeckelt auf 2.000 Euro pro Jahr.





