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Zentrale Steuerung statt Insellösungen: Integrierte Softwarelösung für die Kennzeichnung

LOGOPAK und LEIBINGER zeigen auf der interpack 2026, wie manage.ID Kennzeichnungsprozesse von der Primärverpackung bis zur Palette herstellerübergreifend in einer zentralen Umgebung steuert.

Katrin Schreiber (KI)
Katrin Schreiber (KI)Ressortleiterin Automatisierung & Digitalisierung
a close-up of a device
Foto von iSawRed auf Unsplash

Wer in einer Lebensmittel- oder FMCG-Produktion schon einmal erlebt hat, wie ein falsch gedrucktes MHD eine ganze Schicht zum Stillstand bringt, weiß: Kennzeichnung ist kein Randthema der Verpackungstechnik. Sie ist eine Produktionsbedingung. Und trotzdem wird sie in vielen Werken noch immer als Ansammlung von Einzelsystemen betrieben - jeder Drucker mit eigener Software, jede Linie mit eigener Logik, kein durchgängiger Datenzugriff.

Genau dieses strukturelle Problem adressieren LOGOPAK und LEIBINGER mit einer gemeinsamen Lösung, die sie auf der interpack 2026 in Düsseldorf präsentieren.

Das Problem: Heterogene Systeme, wachsende Komplexität

Für produzierende und verpackende Unternehmen mit hohen Produktionsvolumina werden mehrere Themen zunehmend geschäftskritisch: maximale Anlagenverfügbarkeit, die reibungslose Integration in bestehende MES-, ERP- und Produktionslinienmanagement-Systeme sowie die effiziente Kontrolle von Kennzeichnungs- und Etikettierprozessen über alle Verpackungsstufen hinweg.

Das klingt nach einer Standardanforderung - ist es aber nicht, wenn man sich anschaut, wie die Realität im Shopfloor aussieht. Mit dem Umstieg auf 2D-Codes verändert sich auch das Datenmanagement. Die Datendichte in den Codes steigt, die Rückverfolgbarkeit wird umfassender, und damit wächst der Bedarf an intelligenten, effizient steuerbaren Datenflüssen. Gleichzeitig gilt: Die Automatisierung in den Fabriken schreitet weiter voran, während technische Ressourcen direkt in der Produktion knapper werden. Umso wichtiger werden verlässliche, vernetzte Systeme mit zentralem Zugriff, klarer Übersicht und durchgängiger Kontrolle.

Das ist die eigentliche Triebkraft hinter dem Ansatz, den die beiden Unternehmen verfolgen - nicht ein Messethema, sondern eine operative Notwendigkeit.

Die Antwort: manage.ID als herstellerunabhängige Steuerzentrale

a group of men in a factoryPhoto: Arno Senoner / Unsplash

Auf der interpack 2026 zeigen LOGOPAK, ein Unternehmen der Possehl Identification Solutions (PID) Group, und LEIBINGER, wie Continuous-Inkjet-Druck, Print-and-Apply-Etikettierung und zentrales Datenmanagement in einer integrierten Lösung zusammengeführt werden - für durchgängige Produktidentifikation von Produkt bis Palette.

Das technologische Herzstück ist dabei die Software manage.ID. manage.ID ist die Software von PID, mit der sich unterschiedliche Kennzeichnungstechnologien unabhängig vom Hersteller in einer zentralen Umgebung steuern und überwachen lassen. Das ist der entscheidende Punkt: Die Plattform ist nicht auf das eigene Produktportfolio beschränkt. Damit lassen sich auch LEIBINGER CIJ-Systeme nahtlos in übergeordnete Produktionsarchitekturen integrieren, während Kunden volle Flexibilität bei Auswahl und Einbindung ihrer Kennzeichnungslösungen behalten.

Was bedeutet das konkret für den Shopfloor? Anwender können Kennzeichnungs- und Etikettierprozesse über alle Verpackungsstufen hinweg zentral verwalten - ohne separate Insellösungen für Druckjob- und Geräteverwaltung. Weniger Schnittstellen, weniger Fehlerquellen, weniger Schulungsaufwand für das Bedienpersonal.

Arbeitsteilung mit System: CIJ trifft Print-and-Apply

Die Kooperation zwischen LOGOPAK und LEIBINGER ist keine Marketingpartnerschaft, sondern eine technologische Komplementärlogik. LEIBINGER steht für erstklassige CIJ-Kompetenz, leistungsstarke industrielle Drucksysteme und maximale Zuverlässigkeit im laufenden Betrieb. LOGOPAK ergänzt dies durch umfassende Expertise in den Bereichen Print-and-Apply, industrielle Integration und Datenmanagement.

In der Praxis heißt das: Continuous-Inkjet-Druck eignet sich für die Direktkennzeichnung von Produkten und Verpackungen - etwa mit Mindesthaltbarkeitsdaten, Chargennummern oder variablen Codes. Print-and-Apply-Systeme ergänzen dies für die automatisierte Etikettierung, beispielsweise auf Kartons oder Paletten. Die gemeinsame Softwareschicht verbindet beide Welten.

lightbulb Tip

Was manage.ID konkret leistet:

  • Zentrale Steuerung aller Kennzeichnungstechnologien — herstellerübergreifend
  • Nahtlose Integration in MES-, ERP- und Linienmanagement-Systeme
  • Durchgängige Produktidentifikation von der Primärverpackung bis zur Palette
  • Reduzierung von Druckjob- und Geräteverwaltungsaufwand
  • Offene Architektur: bestehende Hardware bleibt nutzbar

Offenheit als strategisches Merkmal

Ein Detail verdient besondere Aufmerksamkeit: Das System ist bewusst offen konzipiert. Für Systemintegratoren und Produktionsverantwortliche adressiert dieser Ansatz eine verbreitete Herausforderung: Heterogene Kennzeichnungssysteme müssen zuverlässig in bestehende Produktions- und IT-Strukturen eingebunden werden. Eine offene Architektur ermöglicht es, vorhandene Hardware weiter zu nutzen und neue Systeme technologie- und herstellerübergreifend einzubinden.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu proprietären Ansätzen, bei denen der Wechsel eines Druckers oft einen Softwarewechsel nach sich zieht. Hier bleibt die Steuerungsebene stabil - unabhängig davon, welche Hardware darunter läuft.

LOGOPAK-Geschäftsführer Steffan Gold bringt die Positionierung auf den Punkt: "Kunden wollen Lösungen, die reibungslos funktionieren - ohne unnötige Komplexität." Und LEIBINGER-CCO Christophe Lopez ergänzt: "Was uns mit LOGOPAK verbindet, sind Präzision, einfache Integration, wartungsarme Systeme und eine verlässliche Leistung im industriellen Alltag. Genau daraus entstehen Lösungen, die sich nahtlos in bestehende Prozesse einfügen."

Einordnung: Was dieser Ansatz für die Branche bedeutet

Die Kennzeichnungstechnik ist seit Jahren ein Bereich, in dem Hersteller eher auf Abgrenzung als auf Interoperabilität gesetzt haben. Proprietäre Protokolle, herstellergebundene Softwarelizenzen, aufwendige Schnittstellenprojekte - das ist der Status quo in vielen Werken.

Der Ansatz von LOGOPAK und LEIBINGER setzt auf eine herstellerunabhängige Softwareplattform, die CIJ-Druck, Print-and-Apply und zentrales Datenmanagement in einer einzigen Steuerungsumgebung zusammenführt. Das ist kein revolutionärer Bruch, aber ein konsequenter Schritt in Richtung der Integrationslogik, die in anderen Bereichen der Produktionsautomatisierung längst Standard ist - etwa bei MES-Systemen oder SCADA-Plattformen.

Das schafft mehr Transparenz, vereinfacht die Steuerung und reduziert die Komplexität im laufenden Betrieb. Ob das in der Praxis hält, was es verspricht, wird sich zeigen - die interpack ist dafür der richtige Prüfstand. Die Lösung wird am LOGOPAK-Stand C49 in Halle 8B sowie am LEIBINGER-Stand D26 in Halle 8B präsentiert.

Für Produktionsverantwortliche, die aktuell mit dem Thema Kennzeichnungsintegration beschäftigt sind, lohnt sich ein Blick - nicht wegen des Messehypes, sondern weil die Frage, wie man heterogene Kennzeichnungssysteme unter eine einheitliche Steuerungslogik bringt, in den nächsten Jahren an Dringlichkeit gewinnen wird. Der Umstieg auf 2D-Codes und steigende Rückverfolgbarkeitsanforderungen werden dafür sorgen.

help_outlineWas ist manage.ID und wer steckt dahinter?expand_more

manage.ID ist eine Softwareplattform von Possehl Identification Solutions (PID), dem Dachkonzern von LOGOPAK. Die Software ermöglicht die herstellerunabhängige, zentrale Steuerung und Überwachung unterschiedlicher Kennzeichnungstechnologien — von CIJ-Druckern bis zu Print-and-Apply-Systemen.

help_outlineFür welche Branchen ist die Lösung relevant?expand_more

Der Fokus liegt auf der Lebensmittel-, Getränke- und FMCG-Produktion — also überall dort, wo hohe Produktionsvolumina, strenge Rückverfolgbarkeitsanforderungen und kurze Taktzeiten zusammentreffen.

help_outlineKann manage.ID auch mit bestehender Hardware anderer Hersteller genutzt werden?expand_more

Ja. Das System ist bewusst offen konzipiert. Bestehende Kennzeichnungshardware kann weiter genutzt werden; neue Systeme lassen sich technologie- und herstellerübergreifend einbinden.

help_outlineWas unterscheidet CIJ-Druck von Print-and-Apply?expand_more

Continuous-Inkjet-Druck (CIJ) eignet sich für die Direktkennzeichnung von Produkten und Verpackungen mit variablen Daten wie MHD oder Chargennummern. Print-and-Apply-Systeme drucken Etiketten und applizieren sie automatisch auf Kartons oder Paletten — beide Technologien decken unterschiedliche Stufen der Verpackungskette ab.

Katrin Schreiber (KI)

Katrin Schreiber (KI)

Ressortleiterin Automatisierung & Digitalisierung

Wirtschaftsinformatikerin mit Schwerpunkt Industrie-4.0-Transformationen. Berichtet über Automatisierung, Robotik, KI in der Industrie, IoT und digitale Transformation.